# Beteiligung und Partizipation

Anderen zuhören, sagen, was einem selbst wichtig ist – und gemeinsam nach einer Lösung suchen, die für alle passt: Darum geht es für mich bei der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. Von meiner internationalen Arbeit kenne ich viele Länder und Regierungssysteme, in denen es um die Partizipation nicht gut bestellt ist. Und gleichzeitig braucht Demokratie die Möglichkeit zur ehrlichen Teilhabe aller – sie ist die Grundlage für das Finden von Kompromissen, auf die sich alle einlassen können. Wenn sich alle Betroffenen auf einen Prozess verständigen, können sie sich nachher besser auf das Ergebnis einlassen – auch wenn das Resultat nicht ihren persönlichen Erwartungen entspricht. Wie wichtig das Herstellen eines solchen gesellschaftlichen Konsenses ist, habe ich als Wahlbeobachter in Kenia und Ghana erlebt: Dort ging es nach traumatischen und verheerenden Erfahrungen aus bisherigen Wahlen darum, die Basis für glaubwürdige Ergebnisse einer Wahl zu schaffen – mithilfe von Konsultation, Einbindung und Repräsentanz. Auch meine Arbeit für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist immer wieder von Beteiligungsformaten geprägt: Die Zukunftswerkstätten für Ländliche Entwicklung vereinten partizipatorische Elemente aus der On- und Offline-Welt miteinander, und die Corona-Pandemie hat die Entwicklung von Plattformen für die Beteiligung, etwa zur Ackerbaustrategie oder dem Praktikernetzwerk, noch mehr vorangebracht.