Eigener URL-Verkürzer: Warum man selbst einen Shortener betreiben sollte

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Weblinks auf die eigenen Angebote und auf passende, relevante Webangebote sind ein wichtiger und von Usern geschätzter Bestandteil vieler Online-Angebote von Institutionen, vor allem im Social Web. Da diese Webadressen aber häufig sehr lang sind und vor allem bei Veröffentlichung in Social Media oft unübersichtlich werden, bietet sich die Verwendung eines URL-Verkürzers an. Mit diesen sogenannten Shortenern machen Redaktionen aus langen Webadressen kurze. Die URL-Verkürzer lassen sich auch nutzen, um auszuwerten, wann und wie oft eine Webadresse aufgerufen wird. Es gibt allgemein nutzbare Verkürzer (etwa: bit.ly) sowie die Möglichkeit, einen eigenen Dienst zu betreiben.

Das Problem bei allgemein nutzbaren Verkürzern

Ein Klick auf eine Kurz-URL ist für User grundsätzlich ein Risiko, da sie nicht sehen können, wohin diese Adresse eigentlich führt. Allein vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass Redaktionen zur Sicherung der Qualität und als Service einen eigenen Dienst nutzen und etablieren.

Mehr Überlegungen zum URL-Verkürzer und der Möglichkeit, die Bordmittel des eigenen Content Management Systems (CMS) zu nutzen, habe ich in diesem Beitrag zusammengestellt…

Allgemein nutzbare Verkürzer bergen für Organisationen ein Reputationsrisiko. Beispielsweise enthält die Spam-Blacklist von Wikimedia mehrere Hundert URL-Kurzdienste.

„Deep Links“ verraten viel…

Ein Sicherheitsproblem gerade aus Sicht von Behörden besteht darin, dass einmal verkürzte
„tiefe“ Links auf geschützte Inhalte in der externen Datenbank des Kurz-URL-
Dienstleisters gesammelt werden und dort nicht mehr gelöscht werden können. Problematisch ist, dass – selbst wenn die Inhalte des Intranets oder der Website-
Preview passwortgeschützt sind – trotzdem schon anhand des Aufbaus der Ziel-URL
Rückschlüsse auf Datenstruktur und womöglich auch Inhalte möglich sind.

Nicht für die Ewigkeit

Ein weiteres Problem der allgemein nutzbaren URL-Verkürzer ist, dass man nicht
absehen kann, wie lange es das Angebot überhaupt geben wird und wie lange die
Kurz-URLs tatsächlich auf die ursprünglich angelegten Webadressen weiterleiten. In
den vergangenen Jahren stellten einige Dienste ihren Betrieb ein, etwa der
seinerzeit beliebte Dienst tr.im.

Heikel: Datenschutzfragen

Betreiber der allgemein nutzbaren Verkürzer können Benutzerprofile erstellen, in
denen die aufgerufenen Seiten mit einzelnen Usern verknüpft werden. Viele Link-
Verkürzer, etwa bit.ly, tinyurl.com, ow.ly, redir.ec und goo.gl gelten als nicht konform
mit deutschem Datenschutzrecht. Sie speichern die IP-Adresse der Link-Benutzer und
erstellen Statistiken über die Anzahl der Klicks, deren Herkunft, die genutzten
Browser etc., ohne die Benutzer vorher zu informieren und die (datenschutzrechtlich
notwendige) Einwilligung einzuholen.

Auf der anderen Seite besteht das Problem, das sich über die allgemein nutzbaren Dienste für die legitime Auswertung keine Daten aggregieren und anonymisieren lassen und die Redaktion dadurch auf wichtige Erkenntnisse zur Nutzung ihres Angebots verzichten muss.

Mögliche Lösung: eigener Dienst

Es liegt also nahe, keine allgemein nutzbaren Kurz-URL-Dienste zu nutzen. Eine Alternative ist der Aufbau eines eigenen Dienstes, den nur die Organisation selbst nutzt – auf einer eigenen Domain. Möglich ist auch die Nutzung einer Subdomain der bestehenden Site.

Weitere Aspekte der Umsetzung

  • Transportverschlüsselung über ein eigenes SSL-Zertifikat (entweder über die hauseigene IT beschaffen (Wildcard möglich bei Subdomain?) oder kostenfrei über Let’s encrypt
  • Nutzung der freien Software Yourls.
  • Webspace mit lauffähigem PHP und MySQL (FTP und Admin-MySQL-Zugang)
  • Installation von Plugins in Yourls und Browser-Plugins, etwa zu direkten Verkürzung aus Firefox heraus.
  • Sinnvolle Plugins für Yourls: Pseudonymize Plugin (datenschutzkonforme verkürzte Speicherung der IP-Adresse), Random Keywords („bit-ly“-Anmutung), Advanced Reserved URLs (Ausschließen bestimmter, systemrelevanter oder anderweitig nicht erwünschter Schlüsselwörter), Don’t Log Crawlers (Bots und Crawlers gehen nicht in die Klick-Statistik ein), Fallback URL (Wenn Schlüsselwort nicht vorhanden ist, wird die Homepage
    bmel.de aufgerufen), Plugin, das per HTTP-Status überprüft, ob die verlinkte Site erreichbar ist.
  • Entwicklung von Guidelines für die Redaktion: Wer verkürzt, welcher Anlass, welche Bezeichnungen..? Aufnahme des Tools in Social-Media-Konzepte und -Strategie.

Zusammenfassung: Das sind Anforderungen an einen Verkürzungsdienst

  • Schnelles Anlegen von Kurz-URLs, auch über mobile Endgeräte. Komfortables Ändern
    und einfaches Löschen von bestehenden Kurz-URLs.
  • Zugänglichkeit Admin- und User-Backend über WWW, ohne weitere Client-
    Installation oder Beschränkung auf IP-Range.
  • Aus Sicherheitsgründen Trennung vom Content Management System der Website.
  • Integrierbarkeit auf Smartphones (Share-Funktion), auch über Apps, und im Browser (Firefox-Plugin/-Servlet etc.).
  • Direkte und Echtzeit-Reporting-Möglichkeiten im System.
  • Einfache Suchmöglichkeit nach URL, Kurz-URL mit Sortiermöglichkeit nach Datum,
    Zeichenkette und Klickzahl.
  • Automatisierter Check bei Einrichten der Kurz-URL, ob die Ziel-URL erreichbar ist.
  • Mehrere Kurz-URLs für ein Ziel möglich – Stichwort Kampagnen-Reporting.
  • Kurz-URLs für externe Ziele – außerhalb der eigenen Site – möglich.

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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.


Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).


Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte


Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de

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