Mosambik: Podcast gibt Projektpartner eine Stimme

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Über das Foto Das Foto aus dem Archiv von Brot für die Welt zeigt ein Projekt des evangelischen Hilfswerks in Mosambik. Foto: Gerd-Matthias Hoeffchen

Wer Menschen helfen will, muss mit der Zeit gehen. Brot für die Welt macht Projektpartnern Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Darum geht es in der neuen Episode des Podcasts des Hilfswerks. Eigentlich sind Organisationsentwicklung und Change Management sperrige Themen – doch sie sind sehr wichtig. Denn es geht darum, dass sich die Partnerinnen und Partner weltweit entwickeln können – und im besten Fall von ausländischer Hilfe unabhängig werden.

Das alles ist eine gute Gelegenheit für einen Audio-Beitrag. Zum einen lässt sich – nach meiner Erfahrung – Kompliziertes leicht verständlich rüberbringen. Zum anderen ist es eine Sache, wenn ein Projektpartner zu Wort kommt. Für diese Ausgabe des Podcasts war es Dr. Venancio Nhandime aus Mosambik. Muito obrigadó!

Die Produktion

Im kleinen Aufnahmestudio des Medienteams von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe interviewte ich Dr. Venancio Nhandime, der sich gerade in Deutschland aufhielt. Die O-Töne zeichnete ich direkt am PC auf. Um das Manuskript kümmerte ich mit gemeinsam mit dem Team der Tonjuwelen, die auch das Sprechen und die Produktion übernahmen.

Der fertige Podcast-Beitrag

Das Manuskript des Beitrags

Ein Leben in Würde, ohne Armut und mit Perspektiven: Dafür macht sich Brot für die Welt stark, gemeinsam mit Partner-Organisationen. Ein weiteres spannendes Beispiel kommt aus Mosambik. Dr. Venancio Nhandime ist Direktor von CEDES, einer ökumenischen Organisation für Nothilfe und Wiederaufbau nach dem Ende des Bürgerkriegs 1992. Er beschreibt, was die Basis für seine Arbeit ist:

„Wir versuchen einige Projekte einzuführen, die sich „Sit for peace“ nennen – also „Sitzen für den Frieden“. Weil die Menschen hier auf das Gemeinwesen, auf Zusammenarbeit angewiesen sind. Ihr Leben ist vom Konzept des Gemeinwesens abhängig. „Sitzen für den Frieden“ soll dieses Konzept für die künftigen Generationen erhalten. Wir haben auch einen Jugendclub gegründet, damit die jungen Leute darüber diskutieren können, was zu Frieden führt, wie man sich aussöhnen kann und Diskriminierung verhindert.“

Wer Menschen helfen will, muss mit der Zeit gehen. Brot für die Welt macht Partnern wie CEDES Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Denn Mosambik veränderte sich in den vergangenen Jahren – und CEDES wandelte sich zu einer Entwicklungsorganisation.

Ein Beispiel: Dürren und Überschwemmungen gibt es in Mosambik weiterhin. Deswegen leistet CEDES auch nach wie vor Not- und Übergangshilfe. ABER: Der Partner von Brot für die Welt hat sich auch einen Namen gemacht als Organisation, die in fünf Provinzen Hilfe mit Weitblick möglich macht – für arme Familien, die ansonsten oft keine Chance hätten.

Nach dem langen Bürgerkrieg, der Armut und Not mit sich brachte, wollen die Menschen in dem südostafrikanischen Land faire Chancen, an Wachstum und Entwicklung teilzuhaben. Eine wichtige Rolle spielen der Tourismus sowie der Abbau von Bodenschätzen. Doch dabei fühlen sich manche benachteiligt – es geht um Enteignung und im schlimmsten Fall auch um Vertreibung. Es gibt viele Gründe, warum das geschieht erklärt Venancio Nhandime:

„Wegen Bodenschätzen wie Edelmetallen, Gas, und sonstigen Vorkommen. Es ist attraktiv für große Unternehmen das Land für andere Dinge zu nutzten. Zum Beispiel kann man dort Dinge anbauen für die Zucker- und Lebensmittelproduktion, aber auch Nutzpflanzen. Wenn niemand das Recht der Bauern durchsetzt und den Gemeinden hilft, dann verlieren sie ihr Land.“

Die neuen Zeiten bringen neue Probleme, zum Beispiel das Land Grabbing, die Aneignung von Land durch Dritte. Das Team von CEDES setzt sich für die Rechte der Menschen ein, die das Land oft schon von seit Generationen nutzen. Das Ziel: Sie sollen ihr angestammtes Land behalten dürfen, auch wenn große Konzerne oder reiche Ausländer ein Auge auf die Ländereien werfen. Es soll nicht zu Umsiedlungen kommen. Denn wenn Menschen ihre Dörfer aufgeben müssen, sterben auch Traditionen und der soziale Zusammenhalt.

„Der Fehler bei diesen Umsiedlungen ist, dass der Platz in diesen Siedlungen überhaupt nicht reicht. Traditionell halten die Menschen in Mosambik ihre Tiere in der direkten Umgebung. Aber das funktioniert nach einer Umsiedlung nicht mehr. Die Tiere müssen woanders hin, weiter weg. Dann bleibt den Familien nichts anderes übrig, als ihre Kinder ebenfalls dort hinzuschicken, damit sie die Tiere hüten.“

Unterm Strich geht es um ein Leben in Würde und Frieden für die Menschen in Mosambik. CEDES kümmert sich deswegen auch um ganz grundlegende Dinge wie zum Beispiel die Versorgung mit Wasser. Noch einmal Venancio Nhandime:

„Wir kümmern uns um Wasser für die Menschen, Sanitär-Einrichtungen und Gesundheitsvorsorge. Außerdem geht es um die Infrastruktur, um sauberes Wasser bereitzustellen. Wie sorgen auch dafür, den Menschen beizubringen, wie man mit Wasser richtig umgeht. So haben die Menschen dort ein besseres Leben.“

Wissenswertes zum Podcast von Brot für die Welt

Seit 2011 erscheint jeden Monat ein Audio-Beitrag von Brot für die Welt. Im Podcast bekommen Projektpartner aus Afrika, Asien und Lateinamerika eine Stimme. Zu Wort kommen auch die deutschsprachigen Fachleute der Organisation. Der durchschnittliche Beitrag ist fünf Minuten lang. Aussgespielt werden die Episoden über die Mediathek – auf deren Server liegen die Folgen in den Dateiformaten MP3 und OGG vor. User können die MP3-Version auch herunterladen. Verbreitungs- und Distributionswege sind die Website an sich, der monatliche Newsletter sowie die Social-Media-Kanäle Facebook und Twitter. Die Reihe ist zudem bei vielen Podcast-Verzeichnissen eingetragen. Für den Podcast steht ein RSS-Feed zur Verfügung.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de