Interaktive Grafiken machen Jahresbilanz lebendig

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Das FotoPsychosoziale Hilfe für syrische Flüchtlinge in den Gemeindezentren Bazyan und Baynjan: Syrische Flüchtlingskinder spielen vor dem Gemeindezentrum Bazyan. Foto: Christoph Püschner

365 Tage Hilfe weltweit für Menschen, die unverschuldet in große Not geraten sind – zusammengefasst in eine Hand voll Zahlen. Auch darum geht es bei der Bilanz-Pressekonferenz und der Vorstellung des Jahresberichts. Der Bericht der Diakonie Katastrophenhilfe kommt klassischerweise als Print-Publikation heraus (gedruckt kostenlos bestellbar im Online-Shop). Außerdem steht er – mit einem aktuellem Thema aus der Arbeit des Hilfswerks – im Mittelpunkt der Bilanz-Pressekonferenz.

Engagement sichtbar machen

Das Jahr 2014 war für das Hilfswerk geprägt von gleich vier schweren humanitären Krisen. Neben der anhaltenden Gewalt in Syrien und im Irak spitze sich die Lage auch im Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik zu. Hinzu kamen die Ebola-Epidemie in Westafrika und Not auf den Philippinen. So musste die Diakonie Katastrophenhilfe im 60. Jahr ihres Bestehens an vielen Stellen zugleich helfen.

Besonders deutlich wurde dieses Engagement dieses Mal mit einem Novum: Mit interaktiven Infografiken habe ich die wichtigsten Zahlen wie Einnahmen und Ausgaben sowie die regionale Verteilung der Hilfe deutlich gemacht.

In die eigene Website eingebunden

Zum Einsatz kam das Tool Datawrapper, vor einiger Zeit vom ABZV mit ins Leben gerufen. Das Erstellen von Grafiken ist damit relativ einfach – und die Graphen sind per Iframe und HTML-Codenschnipsel in die eigene Website einbindbar oder als Grafik exportierbar.

Interessant für die Medien- und Pressearbeit: Die Grafiken (einschließlich Möglichkeit, die Rohdaten als CSV-Datei herunterzuladen) sind problemlos über eine digitale Pressemappe recherchierbar. Die verfügbaren Rohdaten sind für Redaktionen interessant, die selbst Grafiken erstellen wollen oder daten-journalistisch arbeiten.

So sieht’s aus – die interaktiven Infografiken

Tipps zum Visualisieren eigener Jahreszahlen mit Datawrapper

  • Datawrapper ist seit Dezember 2014 als Online-Tool ist nur noch eingeschränkt kostenfrei nutzbar; seit einigen Monaten ist die praktische und beliebte Embed-Funktion (HTML-Codeschnipsel in die eigene Website einbinden – das „Youtube“-Prinzip) nur noch gegen Bezahlung möglich. Das sorgte in der Community für Unmut. Auf der anderen Seite liegt es auf der Hand, dass die Server und die Entwicklung am Datawrapper-Quellcode auch bezahlt sein wollen. Zum Ausprobieren ist der kostenlose Zugang ausreichend, um produktiv arbeiten zu können muss man zahlen: 100 Euro pro Monat. Pro-Bono-Lizenzen sollen möglich sein, schreiben die Entwickler.
  • Eine Alternative ist es, den Quellcode über Github zu beziehen und das Tool selbst zu betreiben. Allerdings ist das sehr aufwendig. Die Systemanforderungen gehen weit über die Klassiker PHP und MySQL hinaus. Das ist die Variante, die Diakonie Katastrophenhilfe nutzt.
  • Wer auf Interaktivität verzichten kann, ist mit dem kostenlosen Zugang und der Möglichkeit, die Grafiken als Bilddatei zu exportieren, gut beraten. Diese Lösung ist in diesem Beitrag zu sehen.
  • Wer Daten visualisieren will, sollte diese Daten rechtzeitig haben. Sie sollten einheitlich formatiert und fakten-gecheckt sein. Es sollte auch klar sein, was die Aussage der Grafik sein soll. Weniger ist auch hier mehr. Grundlegende Statistik-Kenntnisse und gesundes Misstrauen für den Plausibilitäts-Check sind Pluspunkte.
  • Damit die Grafiken interaktiv werden und ihre Stärke ausspielen können, ist es gut, Daten neu zu kombinieren, z. B. als Zeitreihe (für Diakonie Katastrophenhilfe noch nicht umgesetzt, aber jetzt, da die Daten „roh“ vorliegen, für die nächste Bilanz-PK vorgemerkt).
  • Zumindest die über Github ausgelieferte Version der Karten-Visualisierung ist buggy. Die Zuordnung Daten zu Ländern bedurfte vieler Anpassungen und Testläufe. Problematisch (für die Integration in die Karten) waren beispielsweise: Südsudan, Kirgistan und der Nahe Osten. Es ist gut, für diese Anpassungen und Tests genügend Zeit einzuplanen.
  • Ein zweites Paar Augen sollte zum Abschluss alle Karten und Zahlen überprüfen. Erst dann einbinden und weiter veröffentlichen.

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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


Kanäle: Online, Foto, Video, Audio und Print.


Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).


Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte


Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de