Mit Social-Media-Sharepics den G7-Gipfel kritisch begleitet

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G7-Gipfel im Elmau – schon Tage vorher war das News-Aufkommen im Social Web immens. Am Vorabend des Gipfels Anfang Juni rauschten beispielsweise bei Twitter pro Sekunde mehr als zehn Tweets mit dem Hashttag #G7 durch die Timeline. Die schiere Masse an Botschaften machte es auch für Brot für die Welt schwierig, überhaupt wahrgemommen zu werden. Neben der klassischen Medienarbeit und dem Verbreiten von Blogbeiträgen zu Gipfel-Themen setzten wir auch auf Sharepics (oder auch: Mem) fürs Social Web: Kombinationen aus kurzem Text, starkem Foto und dem Logo der Organisation – die zusammen eine auf den ersten Blick erkennbare Botschaft transportieren.

Die Idee zu G7: Wir drehen den Spieß um und erklären die Staats- und Regierungschefs für „leider arm“ – an Ideen für den Kampf gegen Armut, an Engagement für mehr Fairness im Welthandel oder an Perspektiven für Klima-Flüchtlinge. Passend dazu waren die Menschen in Projekten zu sehen, für die wir uns einsetzen (weltweit sind es übrigens jedes Jahr mehr als 1000 Projekte).

Hier die Tipps aus der Praxis:

  • Themen, die für die eigene Organisation bedeutsam sind, identifizieren. Davon die stärksten Themen auswählen. „Stark“ bedeutet: Es bestehen die größten Chancen, dass Thema und Anliegen bei den Menschen, die im Social Web unterwegs sind, auf Wiederhall trifft – Kommentare, Weiterverbreitung, Favorisieren.
  • Botschaften definieren und dazu griffige Claims entwickeln. Eher kurz als lang, lieber Schlagwörter als Bleiwüste, am besten selbst Position beziehen statt es allen recht machen zu wollen.
  • Passende Fotos recherchieren. Das Querformat hat sich bewährt. Das Hauptmotiv sollte nicht direkt mittig liegen, weil dann zu wenig Raum für Text bleibt. Das Urheberrecht sowie das Recht am eigenen Bild beachten. Nicht alle Fotos sind frei nutzbar, nicht alle frei nutzbaren Fotos dürfen für politische Kampagnen genuttz werden.
  • Sharepic zusammenbauen. Wer kein gutes (und kostenpflichtiges) Grafik-Programm hat, kann auch mit dem kostenfreien Gimp arbeiten. Das Grundprinzip beim Zusammenbauen: Für jedes Element eine eigene Ebene anlegen – dann lassen sich die Bildbestandteile ändern und verschieben, bis alles passt.
  • Wenn es etablierte Hashtags gibts, können sie auch erscheinen – aber das ist kein Muss. Eine URL zur Kampagnenseite lieber nicht angeben; sie wird nicht klickbar sein. Den Link lieber als Kommentar posten (bei Facebook) oder in den Post-Text an sich bringen (bei Twitter). Die URL trackbar machen – zum Beispiel mit dem eigenen URL-Verkürzer.
  • Einen guten Zeitpunkt für die Veröffentlichung wählen – dabei das Wissen um die Präferenzen der eigenen User im Social Web nutzen. Wann sind die meisten online? Tagsüber oder abends beim „Second Screen“? Wann ist auf der Plattform die Konkurrenz durch Medien und bezahlte Werbung geringer, evtl. am Sonntagabend? Posten – und wer eine interne Gruppe oder Maillingliste von Fans und Followern hat, kann sie bitten, das Sharepic im Namen der guten Sache anzuschieben.
  • Immer wieder beobachten, bei Bedarf reagieren und am Ende eine kleine Auswertung mit Fazit und Lessons Learned machen – für die nächste Kampagne.

Im Abschlussdokument zum G7-Gipfel hatten sich die Chefs der wichtigsten Industrienationen übrigens mit dem Kampf gegen den Hunger der Welt befasst. Brot für die Welt bezeichnete die Ankündigung, 500 Millionen Menschen aus Hunger und Mangelernährung zu holen, als ehrgeizig.

So sind unsere Sharepics bei Twitter und Facebook gelaufen:

Hallo #G7: Wie wäre es mit Ideen für eine Welt ohne Hunger? #LeiderArm

Posted by Brot für die Welt on Sonntag, 7. Juni 2015

Hallo #G7! Prima #Klima? Von wegen! Wie wäre es mit einem mutigen Entschluss in Sachen #Kohleausstieg? Mehr unter bfdw.de/klimag7 #LeiderArm

Posted by Brot für die Welt on Montag, 8. Juni 2015

Hallo #G7! Bye bye Flüchtlinge? Statt Millionen in die #Abwehr zu stecken, wie wäre es mehr in den Schutz der…

Posted by Brot für die Welt on Montag, 8. Juni 2015

Hallo #G7: Wie wäre es mit der Vision, dass niemand auf der Erde mehr an #Armut leiden muss? Es ist genug für alle da, es ist nur nicht gerecht verteilt.

Posted by Brot für die Welt on Sonntag, 7. Juni 2015

Alle Sharepics im Überblick


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


Kanäle: Online, Foto, Video, Audio und Print.


Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).


Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte


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