Foto: NEST/Diakonie Katastrophenhilfe

Programmänderung aus aktuellem Anlass: Ein Podcast über langfristige Hilfe für Nepal

Ihre Hilfe kommt an

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The photo above:Photo:Foto: NEST/Diakonie Katastrophenhilfe

Einwohner und Fachleute hatten schon lange damit gerechnet – aber als das „längst überfällige“ Erdbeben vor anderthalb Wochen die Himalaya-Region und vor allem Nepal heimsuchte, blieb vor allem Fassungslosigkeit: zerstörte Häuser, zerstörte Leben, zerstörte Hoffnungen. Es traf Männer, Frauen und Kinder in einem der ärmsten Länder der Welt. Das Beben mit einer Stärke von 7,8 war das schwerste seit mehr als 80 Jahren.

Schon am Wochenende, als sich das Erdbeben ereignete, erreichten unsere Online-Redaktion die ersten Berichte aus Nepal. Gerade da war es gut zu sehen, dass sich schnell Hilfe anbahnte: Das Beben mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala war das schwerste seit mehr als 80 Jahren. Das Team von Diakonie Katastrophenhilfe wurde schnell aktiv und brachte mit zuverlässigen Projektpartnern in Nepal Hilfe auf den Weg. Für diese Arbeit bittet Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden – wer die Menschen in Nepal unterstützen möchte, kann hier direkt online spenden.

Auf der Startseite der Website von Brot für die Welt schalteten wir einen Hinweis auf die Arbeit der „Schwester“ Diakonie Katastrophenhilfe. Und für den monatlichen Podcast von Brot für die Welt änderten wir den Sendeplan – das Thema aus aktuellem Anlass: Langfristige Hilfe für Nepal.

Für diesen Beitrag konnte ich kurzfristig meine Kollegin Roswita Kupke gewinnen. Sie Referatsleiterin Südasien bei Brot für die Welt, und sie kennt sich in derHimalaya-Region aus: Sie lebte und arbeitete sechs Jahre in Nepal.

Making of

Das Aufnehmen des O-Tons der Kollegin war umkompliziert: Das Gespräch zeichnete ich bei mir im Büro mit dem Audio-Recorder H4N von Zoom auf; angeschlossen war ein gutes Senheiser-Mikrofon. Um die Produktion kümmerte sich das Team der Tonjuwelen.

Der fertige Beitrag als Teil der Podcast-Reihe von Brot für die Welt, eingebunden mit der Embed-Funktion der Mediathek:

Das Manuskript des Beitrags:

Menschen, die mit bloßen Händen in den Trümmern nach Verschütteten graben. Verwundete, die auf der Straße auf medizinische Hilfe warten. Verzweifelte Familien, die im Freien schlafen, weil sie ihr Zuhause verloren haben. Die Bilder nach dem schweren Erdbeben in Nepal erschüttern uns und geben doch nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Realität wieder. Roswita Kupke, Referatsleiterin Südasien bei Brot für die Welt, hat sechs Jahre in Nepal gelebt und gearbeitet.

Schon vor dem Beben waren viele der Menschen in einer schwierigen Situation. Das heißt, in abgelegenen Gegenden – die Nahrungssituation war nicht immer für alle sehr gut, die ist jetzt, nach dem Beben, natürlich noch wesentlich prekärer.

Die Menschen in den unwegsamen Himalaya-Tälern sind von dem Beben wahrscheinlich schwer getroffen. Viele Dörfer waren schon vorher so gut wie von der Außenwelt abgeschnitten und sind jetzt fast überhaupt nicht mehr zugänglich. Viele der üblichen Transportwege sind verschüttet oder zerstört. Das Ausmaß des Bebens in den Bergregionen ist deshalb immer noch nicht klar. Hilfsorganisationen leisten akute Nothilfe; versorgen die Betroffenen mitTrinkwasser, Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern. Unter ihnen ist auch die Schwesterorganisation von Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe. Zuerst die Nothilfe – dann langfristig Perspektiven für die Menschen schaffen. Bei Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt geht das Hand in Hand. Noch mal Roswita Kupke:

Brot für die Welt war ja schon seit Jahrzehnten in Nepal tätig, sodass die Arbeit, die wir bisher gemacht haben weiter an Relevanz zugewinnt. (ab 5.11 bis 5.37 ) jetzt wird’s drum gehen, überhaupt wieder arbeitsfähig zu werden, diejenigen die Familienmitglieder verloren haben, ihr Haus verloren haben auch psychisch, psychologisch zu unterstützen. Aber auch ganz handfest mit den entsprechenden Möglichkeiten sich wieder in ihren Tätigkeitsgebieten wieder zu beschäftigen und darin auch Halt zu finden.

Jetzt, direkt nach dem schweren Erdbeben, brauchen die Menschen Zelte, Trinkwasser und warme Decken. Organisationen wie die Diakonie Katastrophenhilfe haben die Soforthilfe übernommen. Für Brot für die Welt heißt es anschließend: Wiederaufbau und Perspektiven schaffen. Den Menschen in Nepal langfristig zu einem funktionierenden Alltag zu verhelfen. Beispiel Landwirtschaft: Viele Hänge, an denen Ackerbau betrieben wurde, sind abgerutscht, Saatgut ging verloren:

Im Moment werden die Menschen erst einmal darauf achten, dass sie irgendwo sicher unterkommen. – und dann muss man gucken, mit welchen Gerätschaften man auch wieder das Land wieder bearbeiten kann. Welche Ackerflächen überhaupt noch bebaubar sind. Wo es jetzt Saatgut hergibt, man kann da sicher aus den Nachbarländern Hilfeleistungen bekommen. Aber es muss ja alles organisiert werden. Nepal ist ein sehr hügeliges Land, ein Land mit wenig geteerten Straßen, mit vielen Trampelwegen, Hängebrücken. Wie kommen die Menschen aus diesen Gegenden in die Zentren, wo es all diese Güter gibt?

Brot für die Welt setzt genau dort an. Es wird lange dauern, vielleicht Jahrzehnte, sagt Roswita Kupke, bis die Katastrophe bewältigt ist. Die immense Zerstörung erfordert große Anstrengung und auch eine Menge an Material, Ausrüstung und natürlich professionelle Helfer aus aller Welt.

Wir sind jetzt schon am überlegen mit unseren Partnern, wie das weiter gestaltet werden kann. im Moment ist die Situation noch (etwas) unübersichtlich, so dass wir erst eruieren müssen, was es da wirklich sinnvoll gemacht werden kann. Ich denke, keinem hilft jetzt da irgendein Aktionismus, sondern das muss gut koordiniert sein und gut überlegt sein, welcher Bedarf da ist und welche Zielgruppen davon profitieren können.

Roswita Kupke hat mehrere Jahre in Nepal gelebt, sie ist dem Land und den Menschen tief verbunden. Deswegen wünscht sie sich nichts mehr als einen dauerhaften Wiederaufbau des Landes, seiner Strukturen und des einmaligen kulturellen Erbes.

Ich kann mir vorstellen, dass viele sich wünschen würden, dass die alten Bauten, die ja ein Stück weit auch das Herzstück des Landes ausmachen, dass die auch wieder mit aufgebaut werden. Dass das kulturelle Erbe wieder aufleben kann, dass mit diesem Erbe dann auch die Touristen wieder mit ins Land kommen und dass Nepal wieder zu so einem wunderhübschen Land wird, wie es vorher auch schon war und einfach dadurch vielen Leuten ans Herz gewachsen ist.

Jeden Monat gibt es einen neuen Podcast-Beitrag. Die komplette Podcast-Reihe von Brot für die Welt gibt es hier – in der Mediathek.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de