Der Raum, die Klarheit: Was Berlin von Rotterdam lernen sollte

In Berlin bauen sie das Stadtschloss wieder auf, einschließlich imitierter Fassaden im barocken Stil. An einem zentralen Ort in der deutschen Hauptstadt greifen die Verantwortlichen auf die Kunstgeschichte zurück, um die Illusion eines vermeintlich schönen Stadtbildes zu erzeugen. Das ist eine Täuschung; die bewegte Geschichte des Standorts (Stichwort: Palast der Republik) verschwindet damit aus der Wahrnehmung – und damit auch ein Stück Präsenz zeitgeschichtlicher Entwicklungen im Stadtbild.

Es ist gut, einen Blick ins Nachbarland Niederlande zu werfen. Die Stadt Rotterdam – einst völlig zerstört, erbaute – und erfand – sich neu. Das gelang, weltweit beachtet und anerkannt, mit hochwertiger Architektur.

Wikipedia stellt es so dar:

Nachdem die deutsche Luftwaffe am 14. Mai 1940 im Zuge des Überfalls auf die Niederlande (Westfeldzug) das gesamte Stadtzentrum, den alten Hafen und West-Kralingen durch Bombardierungen und durch sie erzeugte Großbrände zerstört hatte und ein amerikanischer Bombenangriff am 31. März 1943 weitere schwere Schäden verursacht hatte, beschloss die Stadt nach 1945 einen grundlegenden städtebaulichen Neubeginn für das alte Zentrum. Die Grundstücksbesitzer in der Stadtmitte wurden gegen Entschädigung enteignet, der Boden aufgegraben und sämtliche Leitungen, Abwasserkanäle etc. entfernt, um wirklich einen kompletten Neubeginn in der Stadt zu ermöglichen.

Statt historisierendem Rückgriff auf vergangenen Epochen bietet Rotterdam Moderne – und bekennt sich zu einer Zukunft, die der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wohl die wenigsten zutrauten.


Artikel-Tools:

Shortlink:

Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


Kanäle: Online, Foto, Video, Audio und Print.


Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).


Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte


Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de