Projekt gegen Mangelernährung – ein Video zeigt, wie es geht

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Zurzeit stellen wir bei Brot für die Welt die zwei Milliarden mangelernährten Menschen der Erde in den Mittelpunkt. Das Motto: „Satt ist nicht genug“. Es geht darum, dass Menschen nicht einfach nur genug Kalorien zu sich nehmen, etwa über die tägliche Schüssel Reis oder Maisbrei. Das Essen muss es in sich haben: Vitamine, Mineralien, weitere Nährstoffe. 168 Millionen Kinder weltweit sind im Wachstum zurückgeblieben, weil ihnen lebenswichtige Nährstoffe und Vitamine fehlen.

Musterbeispiel Brasilien

Bei einer Recherchereise im April nach Brasilien (eigentlich zur Fußball-WM) besuchte ich auch ein von Brot für die Welt gefördertes Landwirtschaftsprojekt in Camamu, Bundesstaat Bahia. Familien lernen dort, wie sie ihren eigenen Grund und Boden nachhaltig und ökologisch bebauen – für den eigenen Bedarf, aber auch für den Verkauf. Kitas und Schulen kaufen die leckeren und frischen Erzeugnise aus der Region: Denn in Brasilien haben alle Mädchen und Jugen das Recht auf eine kostenlose Mahlzeit in Schule oder Kita. Gesetzlich vorgeschrieben sind Mindestanteile von regional und „kleinbäuerlich“ erzeugten Lebensmitteln in diesen Mahlzeiten. Brasilien zeigt (auch uns in Deutschland), wie es mit einem gesunden Essen für den Nachwuchs funktionieren kann – und wie sich die regionale Landwirtschaft stärken lässt.

Beeindruckendes Engagement

Ein Beispiel, das Mut macht. Die Männer und Frauen, die sich in Camamu für ihre Familien einsetzen und unsere Projektpartner, die die Familien begleiten und ihen den Rücken stärken, haben mich sehr beeindruckt. Eine gute Gelegenheit, um Kamera und Mikro auszupacken und einen kurzen Beitrag „außer der Reihe“ zu produzieren…

Der fertige Beitrag, eingebunden mit der Embed-Funktion der Mediathek von Brot für die Welt:

Die Technik

Gearbeitet habe ich mit einer Canon-DSLR-Kamera, die auch HD-Videos aufnehmen kann. Als Objektiv kamen lichtstarke (Blende 2,8) Weitwinkel-und Tele-Zoomobjektive zum Einsatz. Die hohe Lichtstärke spielte eine Rolle, um innen und bei wenig Licht drehen zu können. Zum Aufhellen von Gesichtern waren noch zwei LED-Panels im Gepäck. Das die Verkabelung mit dem Ansteckmikrofon bei den Vox Polls hinderlich gewesen wäre, nutzte ich das auf den Kamera-Blitzschuh aufgesetzte Audio-Aufnahmegerät, das per Kabel seinen Monitor-Sound in den Mikrofon-Eingang der Kamera speiste. Das Aufnahmegerät zeichnete zur Sicherheit alle Takes zusätzlich auf. Für den Schnitt nutzte ich Adobe Premiere Elements.

Mein Dank geht an meinen Kollegen Mathias Fernsebner, der die Interviews auf dem Markt führte. Um die Übersetzung kümmerten sich Sergio Ricardo Lima und João C. Caetano de Andrade.

Der Beitrag steht auch im Youtube-Kanal von Brot für die Welt zur Verfügung. Wir stellen ihn auch über Facebook bereit.

Im Detail – das Manuskript zum Beitrag

Off-Kommentar

Brasilien, auf dem Land: Die Familie von Ana Celia dos Santos Pereira, Bundesstaat Bahia, bekommt Besuch. Beim gemeinsamen Essen auf dem Tisch: Gemüse vom eigenen Feld, das direkt vor dem Haus liegt. Dort wachsen Bohnen, Maniok und Kartoffeln. Ohne teure und schädliche Spritzmittel. Der Ertrag kann sich sehen lassen: Das, was die Familie nicht selbst verbraucht, verkauft sie auf dem Markt. Die Familie ist damit Teil einer sehr erfolgreichen Strategie – gegen Armut und Hunger in Brasilien. Brot für die Welt unterstützt dabei Projekte gegen den Stillen Hunger – die Mangelernährung, vor allem von Kindern.

Off-Kommentar

Auf dem regionalen Markt geht die Erfolgsgeschichte weiter: Obst und Gemüse in Hülle und Fülle. Salat, Maniok, Bananen, Limetten – vor allem Familien bauen diese leckeren und gesunden Produkte an, auf kleinen Grundstücken, rund ums eigene Haus. Dafür brauchen sie viel Wissen und wenig Chemie. Ganz im Gegenteil zu den riesigen Plantagen, die auf industrialisierte Landwirtschaft setzen.

Marktfrau Floreci da Silva

Ich verkaufe auf dem Markt Limetten, Goldpflaumen, Maniokmehl, Kochbananen…Fragen Sie ruhig auch meine Standnachbarin, sie verkauft die gleichen Produkte wie ich. Bohnen und Maniok sind aber schon aus. Es gibt keine mehr!

Marktfrau Leila Brito de Souza

Wir verkaufen an Imbissstuben, Restaurants, Pensionen… Wir verkaufen viel! Vor allem beliefern wir Schulen. Die Nachfrage der Schulen ist groß, nicht nur in unserer Gemeinde, sondern in den Nachbarstädten. Wir verkaufen auch an Privatleute, von Tür zu Tür. Es gibt wirklich viel Nachfrage.

Marktfrau Maria dos Santos

Meine Einnahmen sind viel höher – im Vergleich zur Produktion für die Großabnehmer von Kakao, Guaraná oder Nelken. Das zusätzliche Einkommen für meine Familie ist wichtig. Der Markt ist auch ein Treffpunkt und ein Ort, um Kontakte zu knüpfen. Hier kann ich mein Wissen weitergeben und Neues lernen.


Off-Kommentar

Teil dieser starken Gemeinschaft sind die Bildungseinrichtungen. In Brasilien haben alle Mädchen und Jungen das Recht auf eine kostenlose Mahlzeit in Schule oder Kita. Dabei kommt das Obst und Gemüse aus den Gärten der Familien ins Spiel. Zum Beispiel: die Kindertagesstätte Mãe Zezé. 120 Kinder im Vorschulalter lernen hier die ersten wichtigen Schritte ins Leben. Almiraci Silva de Roma ist die Leiterin. Die Pädagogin weiß: Armut gehört zum Alltag der vieler Familien. Und damit der Stille Hunger. Gesunde, ausgewogene Ernährung – für die meisten erst einmal kein Thema.

Leiterin Almiraci Silva de Roma

Nach meiner Einschätzung gibt es da eine Verbindung. Wenn wir Kinder aus armen Verhältnissen bekommen, dann fehlt es zu Hause oft an einer gesunden Ernährung. Die Eltern sind nicht in der Lage, ihre Kinder angemessen zu ernähren.

In den ersten Wochen haben die Kinder manchmal Schwierigkeiten, sich an die gesunde Ernährung anzupassen, die wir ihnen bieten. So etwas kennen sie nicht von zu Hause. Aber im Laufe der Zeit gewöhnen sie sich daran und fangen an, sich gesund zu ernähren.

Für mich bedeutet ausgewogene Ernährung die gute Entwicklung der Kinder! Sie werden ein besseres Wachstum haben und ihre Gesundheit wird sich verbessern. Manchmal kommen sie mit Untergewicht zu uns und dank der besseren Ernährung entwickeln sie sich.


Off-Kommentar

Die Mischung macht’s – ob auf dem Feld, auf dem Markt oder in der Kita-Küche. Fachleute der Organisation SASOP helfen den Familien mit Wissen zum Anbau von Obst und Gemüse. Die Partnerorganisation von Brot für die Welt erklärt auch, wie sich die reiche Ernte zur Kundschaft bringen lässt.

Marktfrau Maria dos Santos

Seit 1999 verkaufe ich auf diesem Markt, und die Unterstützung von SASOP ist wichtig. Viel hat sich dadurch verändert, zum Beispiel durch die Vermarktung. Früher gingen nach einer guten Ernte die Überschüsse verloren. Mit der Familie konnten wir nicht alles essen, und es gab keine anderen Abnehmer. Mittlerweile ist es oft umgekehrt: Die Nachfrage ist groß, und wir können gar nicht alle beliefern.


Off-Kommentar

Das von Brot für die Welt geförderte Projekt in Brasilien – ein gutes Beispiel, wie es weltweit funktionieren könnte. Denn die Landwirtschaft im Kleinen bewirkt etwas Großes: Kinder sind nicht nur satt – sie ernähren sich gesund. Grundstein für eine gute Entwicklung. Familien haben ein eigenes Auskommen. Eine ganze Region profitiert, wenn Menschen nicht einfach abgespeist werden – denn satt ist nicht genug.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


Kanäle: Online, Foto, Video, Audio und Print.


Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).


Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte


Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de