Direkt und nah dran: Video und Audio live online streamen

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Zwei Wochen lang sammelte die Diakonie Katastrophenhilfe mit freundlicher Unterstützung des Münchner Traditionshauses MCM und sechs Spielern des FC Bayern München Spenden für die Betroffenen der Flutkatastrophe. Wer die von den FCB-Kickern handsignierte Rucksäcke gewonnen hat, wurde Ende August ausgelost. Diese Auslosung haben wir live übertragen – eine Premiere für die Onlinearbeit von Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt.

Die verwendete Technik war relativ einfach und bereits im Haus vorhanden:

  • Standard-Webcam (mit Stativkupplung),  montiert auf einem Stativ
  • zwei LED-Videoleuchten, um die Gesichter besser auszuleuchten
  • Mikrofon mit Kabel und Windschutz
  • Zoom H4N als Audio-Schnittstelle zum Computer (es ließe sich auch der Mikrofon-Eingang des Computers oder Soundkarte nutzen, allerdings bietet das H4N die Möglichkeit, ein zweites (Ersatz-) Mikro anzuschließen; außerdem sind die Pegeleinstellungen besser)
  • Zwei Roll-Ups und ein kleiner Stehtisch aus dem Messebau, mit Logo der Diakonie Katastrophenhilfe, sorgen für Markenpräsenz.

Für den Uplink, also um das lokale Video-Audio-Signal ins Netz zu bringen,  nutzten wir das kostenlose Angebot von Twitcam. Dort logt man sich mit seinen Twitter-Zugangsdaten ein, erteilt evtl. die Berechtigung, das Kamera und Mikrofon für die Live-Übertragung angezapft werden dürfen, wählt Audio- und Videoquelle und kann danach sofort starten.

Twitcam stellt eine URL zu einer eigenen Seite bereit, auf der der Stream zu sehen ist. Außerdem gibt das System einen Embed-Code aus, mit dem sich der Live-Stream (und die im Anschluss automatisch zur Verfügung stehende Aufzeichnung) in die eigene Site einbetten lassen.

Es gibt übrigens viele Anbieter solcher Dienste – hier lohnt es sich, auszuprobieren.

Das fertige Ergebnis sieht so aus:

Mein erstes Fazit mit einigen Tipps für alle, die es auch einmal versuchen wollen:

  • Die Technik funktioniert – es ist mit relativ einfachen Mitteln und mit vergleichsweise wenig Vorbereitungszeit möglich, von einer Veranstaltung mit einem Livestream zu berichten.
  • Wichtig ist für eine gute Tonqualität zu sorgen. Das in Webcams eingebaute Mikrofon reicht nicht aus, um Moderation und Interviews verständlich rüberzubringen.
  • Für erste Versuche und den Einstieg bietet es sich an, mit einem Anbieter von (kostenlosen) Streamingdiensten zusammenzuarbeiten. Das macht den Start einfach und hilft, sich auf die Inhalte zu konzentrieren. Aber: Kostenlose Anbieter schalten in der Regel Werbung – in unserem Fall Preroll-Videos, auf deren Inhalt wir keinen Einfluss haben.
  • Im Idealfall gibt es einen eigenen Raum, der zum kleinen Studio erweitert ist – mit Beleuchtung, passendem Hintergrund (etwa: Logowand oder improvisiert mit Roll-Ups) und installierter Technik (Mikrofone, Kamera auf Stativ, Computer, Sound).
  • Es ist gut, vorher die Technik und die Übertragung zu testen, am besten über eine Testplattform (einen anderen Twitter-Account, eine nicht öffentlich zugängliche Seite auf der eigenen Website…), um Sound- und Bildqualität zu überprüfen.
  • Es hat sich  bewährt, wenn während der Übertragung ein Teammitglied die Sendung verfolgt und sie per Social Media begleitet. Er oder sie kann auch signalisieren, wenn es Probleme gibt, etwa mit dem Sound.
  • Ein Teammitglied sollte die Regie übernehmen und den Leuten vor der Kamera signalisieren, wenn sie zu leise sprechen (oder zu laut), wenn sie falsch im Bild stehen oder aus dem sichtbaren Bereich herauslaufen.
  • Ich würde eine Liveübertragung nicht nur auf das eigentliche Event beschränken, sondern um begleitende, aus dem Off „hineinmoderierte“ Informationen vorher und nachher (und, wenn es sein muss, auch zwischen einzelnen Beiträgen) erweitern. User, die sich früher einschalten, haben dann schon Bild und Ton und damit einen Anreiz, dabei zu bleiben. User, die etwas später dazukommen, erhalten spätestens am Ende der Übertragung Informationen über die Übertragung.
  • Es ist gut, das alles vorab zu testen, dabei den Ablauf quasi live durchzugehen und auch die Moderationen und die Interviews zu proben.
  • Natürlich sollte der geplante Stream in die Nutzungsbedingungen der Veranstaltung („das Kleingedruckte“) aufgenommen sein, damit alle, die teilnehmen wissen, dass – beispielsweise – ihr Name im Strean zu hören sein sein kann.

Als Einschränkung fürs Live-Streaming gelten in Deutschland die Regularien der Landesmedienanstalten…

Weitere Informationen zur Verlosung und der Spendenaktion gibt es auf der Website der Diakonie Katastrophenhilfe. Wer die Fluthilfe unterstützen möchte, kann dort direkt online spenden.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de