Pressefotos „from the field“ – so machen es Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe

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Als Medienteam von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe sehen wir uns als Dienstleister für die Kolleginnen und Kollegen von „den Medien“. Anfragen beantworten, Kontakte vermitteln, Hintergrundgespräche führen – und „Material“ bereitstellen – das alles gehört zum täglich Brot. Wann immer es möglich ist, gibt es bei uns online Texte, Statements, Hintergrundinfos, O-Töne, Footage und Fotos. Bewährt hat sich, bei aktuellen Nachrichtenlagen „from the field“, also direkt vom Einsatzort, die Pressearbeit zu machen und diese Inputs zu liefern. Ich stelle hier unser bewährtes Verfahren vor.

  1. Einen virtuellen Ablageort für die Pressefotos etc. finden – am besten auf der eigenen Website.
    Bei Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe sind das „digitale Pressemappen“, Beispiele gibt es hier für die Wahlbeobachtung in Ghana (Brot für die Welt) und hier für die aktuelle Bilanz-Pressekonferenz (Diakonie Katastrophenhilfe). Technisch gesehen sind das Unterseiten der Presse-Seite auf unseren Websites, versehen mit mehreren Tabs (falls nötig), um die Inhalte zu gliedern. Wir nutzen keine zusätzlichen Plugins, Module oder Erweiterungen.
    Wer noch gar keine virtuelle Presse-Ecke hat, sollte jetzt eine einrichten. Wir haben unsere Presse-Seiten immer wieder mithilfe von Rückmeldungen aus der Medienszene und mit Unterstützung von Reporting-Daten (Verweildauer, Heatmap, Absprungrate…) erweitert und umgebaut (Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe). Mittlerweile finden Medienleute direkt auf den Aufschlagseiten alles Wichtige: Kontakte, aktuelle Pressemitteilungen, Presseverteiler, digitale Pressemappen, Zahlen auf einen Blick, Foto-Downloadcenter.
    Warum sollte das alles auf der eigenen Website stehen und abrufbar sein? Sparen lassen sich so die Ausgaben für teure, kommerzielle Presseportale. Außerdem fließen auch die Pressemappen in unsere Reporting ein – wir können damit unser Angebot immer weiter verbessern.
  2. Workflows im eigenen Haus definieren, um die Fotos effizient auszuliefern.
    Das Team von Fundraising und Spenderkommunikation, unsere Printredaktion, diakonische Werke, unsere Kolleginnen in Österreich, die Kollegin vom Bildarchiv – sie alle sind womöglich an Fotos „from the field“ interessiert. Da ist es gut, grundsätzliche Absprachen zu treffen, damit Fotos (und auch andere Inputs) effizient weitergenutzt werden können.
    Unser Bildarchiv – beispielsweise – nutzt die IPTC-Metadaten in Fotos. Deswegen entschlossen wir uns dafür, Pressefotos ebenfalls passend via IPTC mit Metadaten zu befüllen und auszuliefern.
  3. Eine Ausspielmöglichkeit für Fotos auf der eigenen Website schaffen.
    Offenes/anonymes FTP, HTTP-Link… – viele Möglichkeiten sind denkbar, um (große) Foto-Dateien online auszuspielen. Unsere Tool koimbiniert beide Möglichkeiten: Fotos können per FTP hochgeladen werden, ein Parser spielt sie dann auf der Website im „Pressefoto-Center“ aus. Die Metadaten werden automatisch übernommen, die Fotos sind innerhalb weniger Minuten download- und durchsuchbar. Die Thumbnails werden automatisch generiert. Suchbegriffe und Stichworte lassen sich auch direkt per URL über einen Parameter ansprechen – sehr praktisch, um via Twitter oder Pressemitteilung auf das Fotoangebot hinzuweisen. Beispiel: Stichworte „Wahlbeobachtung Ghana“.
    Die allermeisten Redaktionssysteme, die ich kenne, arbeiten übrigens auch mit IPTC-Daten. Auch Social-Media-Dienste, etwa Facebook, lesen diese Datenfelder aus, wie auch diverse Digital Asset Managemets (DAM) von Content Management Systemen (CMS) wie Typo3.
  4. Auch an die Technik „in the field“ denken.
    Wenn Übermittlungs-, Auslieferungs- und Metadatenfragen geklärt sind, geht es an die Technik. Wir haben verschiedene Foto-Kameras, von „ganz klein“ (im Smartphone) bis „ganz groß“ (als separate und sehr robuste SLR-Kamera). Mit allen Geräten sind die Arbeitsabläufe getestet. Teammitglieder „in the field“ sorgen entweder selbst für die richtigen IPTC-Captions und die Übermittlung per FTP ins Pressefoto-Center, oder sie bekommen Unterstützung von uns aus der Online-Redaktion.
    Bei der Buchung von Unterkünften hat sich übrigens bbewährt, auf das Vorhandensein eines WLAN-Zugangs zu achten. Gerade per FTP lassen sich auch größere Daten wunderbar ohne Timeout auf einen Server laden, ohne dass man den eigenen Rechner ständig im Auge haben muss. Eine eigene UMTS-Karte, am besten mit der SIM-Karte eines Providers aus dem Gastland, ist eine gute und wichtige Fallback-Option.
  5. Das Angebot bekannt machen
    Wir weisen in jeder Pressemitteilung auf unsere digitalen Pressemappen hin. Ergänzungen und Aktualisierungen machen wir außerdem über unsere Twitter-Kanäle @BROT_furdiewelt und @diakoniekh bekannt. Daneben gibt es natürlich noch die Hinweise im Gespräch mit Medienleuten – direkt bei Veranstaltungen oder per Telefon oder E-Mail.
  6. (Dazu-) lernen, testen, optimieren
    Medienbeobachtung, Website-Reportings, persönliche Rückmeldungen und das Feedback aus Social Media helfen uns, das Foto- und Downloadangebot für Medien immer weiter zu verbessern. Besonders freuen wir uns natürlich über nette Antworten und Dank – sei es via Twitter oder ganz klassisch persönlich!

    Ergänzung vom 18. September 2015:
    In diesem Sinne haben wir die Presse-Fotocenter weiterentwickelt. Der Upload funktioniert nicht mehr über FTP, sondern über unseren eigenen Cloud-Dienst Wingu (umgesetzt mit Own-Cloud). Der Upload über FTP hat uns über Jahre gute und verlässliche Dienste geleistet. Allerdings war die Einbindung aus verschiedenen IT-Systemen heraus immer schwieriger. OwnCloud bietet dank Web-Oberfläche, verfügbaren Apps und Web-DAV userfreundliche und belastbare Schnittstellen.

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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de