Stimmen der Nacht – Aufnehmen, was sonst niemand hört

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Die Frage, was ich für eine Afrika-Exkursion als Handgepäck (1) mitnehme, kann ich immer sehr schnell beantworten: Es ist meine Kameratasche mit Hartplastik-Innenteil (Mitreisende nennen sie deswegen auch gerne „die Kühlbox“). Drin stecken, gut geschützt, Kameras, Objektive und Blitz – und seit drei Jahren mein Audio-Aufnahmegerät Zoom H4N. Der Audiorecorder ist eine tolle Sache, um unterwegs Interviews und O-Töne aufzunehmen oder um einfach etwas Atmo mit nach Hause zu bringen. Bei meiner jüngsten Reise nach Botswana hatte ich in der Kalahari-Wüste endlich Gelegenheit, eine interessante Funktion des Geräts auszuprobieren: die Auto-Record-Funktion. Der Recorder ist dabei immer auf Stand-By und „hört“ alles mit. Sobald ein Lautstärke-Schwellwert überschritten ist, startet die Aufnahme. Ist der Schwellwert für einige Sekunden unterschritten, stoppt die Aufnahme und der Recorder geht zurück in den Standy-By-Modus.

Der Vorteil: Während man selbst schlummert (Exkursionstage sind anstrengend und Schlaf ist wichtig!), nimmt der Recorder alle Geräusche auf, die man sonst verschläft. Eine interessantes Hörerlebnis – wenn denn genügend Gnus, Grillen, Zikaden und andere tonangebende Tiere in der Nähe sind.Ansonsten sind womöglich auch noch die Lebensumfeldgeräusche der lieben Mitreisenden auf dem Speicherchip – die sollte man großzügig und ohne weiteren Kommentar in der Nachbearbeitung rausschneiden 😉

Botswana 2013
 So hört es sich an: Die Nacht in D’kar in der Kalahari-Wüste Botswana (Länge 1:57:22)Aufgenommen im Auto-Record-Modus des Zoom H4N; Postproduktion mit Audacity. Zusammenführen der ca. 50 WAV-Dateien mit einem Script für den Nautlis-Datei-Manager unter Linux/Ubuntu (sehr praktisch – macht aus vielen Einzelsoundfiles eine einzige Datei). Die Aufname ist in der Nachbearbeitung etwas verstärkt, aber in der Lautstärke eher zurückhaltend, um den Original-Charakter zu bewahren.

Das Gerät lief vom Abend (ca. 22 Uhr) bis in den frühen Morgen (ca. 5.30 Uhr), als ich es wegen Regens abbauen musste. Ich zeige hier die einzelnen Einstellungsschritte für alle, die es auch einmal ausprobieren wollen.

Standort und Aufbau

Das Zoom H4N hat ein Stativgewinde auf der Unterseite – damit lässt es sich gut auf einem großen Stativ oder einem Tischstativ montieren. Ich selbst nutzte ein kleines Tischstativ und platzierte den Recorder auf der Motorhaube unserers Autos – tiersicher, was zumindest beim Campen in Botswana ein Pluspunkt ist. Auf jeden Fall sollte man den Windschutz („Puschel“) montieren. Das Wechselspiel von Standy-By-Modus mit „Zuhören“ und Aufnahme kostet viel Energie. Deswegen setzte ich frische Akkus (ich nutze Eneloop-Akkus von Sanyo) ein. Für die bestmögliche Qualität wählte ich das unkomprimierte WAV-Format (statt MP3). Die Speicherkarte sollte das mitmachen – 8 GB sind dabei eine gute Wahl.

Hilfreich ist es, für die Ausrichtung den Monitor-Modus zu aktivieren und mit Kopfhörern reinzuhören, was das Gerät denn so aufnimmt. Störgeräusche (surrende Autoalarmanlage, brummender Stromgenerator in „Hörweite“, schnarchende Zeltnachbarn, nicht abgeschirmte Windgeräusche…) fallen so schnell auf, lassen sich abstellen und ruinieren nicht die Aufnahme. Einstellmöglichkeiten sind hier die Ausrichtung des Geräts auf dem Stativ (Ausrichtung im Raum/Neigungswinkel), Empfindlichkeitspegel der Mikrofone, Aufnahmewinkel der Mikrofone (90 oder 120 Grad).

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Aufnahmemodus aktivieren

Das Menü von Zoom H4N aufrufen. Im Menü des Recorders das „REC“-Untermenü auswählen. „AUTO-REC“ auf „On“ schalten.

Vor allem, wen man das Gerät im Team benutzt, ist es fair, diese Einstellung wieder zurückzusetzen. Andere Nutzer wundern sich sonst über die „merkwürdigen“ Aussetzer des Recorders 😉

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Weitere Einstellungen
Jetzt die Lautstärke des Start- und Stopp-Pegels festlegen (Schwellenwerte in dB) sowie die „Karenzzeit“ am Ende jedes Takes (in Sekunden), bevor die Aufnahme stoppt und der Recorder zurück in den Stand-By-Modus geht.

Die Werte, die hier zu sehen sind (Start 45db, Stop 46 db, Pause 5 Sekunden), sind meine „Kalahari-Werte“ – andere Aufnahmesituationen brauchen andere Werte. Ausprobieren hilft hier.

Aufnahme starten

Wenn alles stimmt und justiert ist, kann es mit einem doppelten Druck auf den Record-Knopf losgehen. Viel Spaß und viel Erfolg!

Achtung!

Vorsichtshalber weise ich darauf hin, dass eine solche Funktion nicht dafür da ist, um Gespräche heimlich und ohne Einverständnis mitzuschneiden. Das Verletzen des vertraulich gesprochenen Wortes ist (nicht nur in Deutschland) verboten!

  1. Die Technik reist aus Sicherheitsgründen immer im Handgepäck, damit sie garantiert mit ihrem Besitzer und vollständig ankommt. „Baggage lost“ – und erst zwei Tage später am Flughafen abholbereit: Das kann, je nach Reiseroute und Zweck der Exkursion, die Arbeit behindern bis unmöglich machen. Vielleicht widme ich diesem Aspekt von „Gepäck richtig packen“ mal einen eigenen Blogeintrag…

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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de