Storytelling mit Audio-Slideshows – am Beispiel Ölförderung in Tschad

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„Ölbiographien“ heißt eine Ausstellung, die gerade in unserer Zentrale in Stuttgart zu sehen ist. Dokumentiert wird, wie die Erdölförderung das Leben der Menschen im Süden des Tschad verändert hat. „15 lebensgroße Foto-Rollups veranschaulichen anhand konkreter Einzelschicksale, was geschieht, wenn ein transnationaler Konzern Öl fördert, ohne international anerkannte soziale und ökologische Standards einzuhalten“, erklärte Ulrich Gundert, Leiter der Abteilung Projekte und Programme von „Brot für die Welt“, zur Eröffnung. „Ölbiographien“ stellt die Folgen eines unangepassten Ressourcenabbaus in einem der ärmsten Länder der Erde dar. Claudia Frank (AG Tschad) sowie Michael Schirmer und Svenja Starke von „Brot für die Welt“ stellen in diesem Audiocast die Ausstellung und die Menschen dahinter vor.

Wir hier in Deutschland vergessen das oft: Unter unserem (Sprit-) Konsum leiden Menschen woanders auf der Welt, in diesem Fall in Tschad. Die Mineralölkonzerne und ihre Sub-Unternehmen verdienen Milliarden mit dem Öl. Doch beides – Geld und „schwarzes Gold“ – fließen aus dem Land, und die Menschen in den Abbauregionen, die sehr darunter leiden, haben so gut wie nichts von dem Öl-Boom. Zerstörte Natur, Krankheiten, kaputt gemachte Dorfgemeinschaften: Die Menschen im Tschad müssen sehen, wie sie mit den Hinterlassenschaften der Öl-Förderung weiterleben.

Kurz gesagt: Das alles ist sehr ungerecht, und es ist gut, darauf aufmerksam zu machen, gerade auch in Deutschland, wo wir doch unsere Autos so sehr lieben.

Ich habe mir überlegt, wie aus einer statischen und erst einmal stummen Ausstellung eine Online-Umsetzung werden kann. Leider gab es auch keine O-Töne der Fotografierten. Die Lösung waren Interviews mit den drei Fachleuten: Ich bat sie, im O-Ton zu berichten, welches Motiv der Ausstellung sie am meisten berührt und bewegt. Außerdem habe ich die drei vor „ihrem“ Motiv in der Ausstellung fotografiert, mit dem Ziel, sie nachher mit den Ausstellungstafeln möglichst nahtlos „verschmelzen“ zu lassen. Während unsere Praktikantin Miriam Tepel (auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die professionelle Arbeit!) die O-Töne sichtete und eine Cutlist erstellte, suchte ich auf Jamendo eine passende Hintergrundatmo.

Zum Erstellen und Renders des reinen Fotostreams habe ich das Linux-Programm Videoporama verwendet. Das Abmischen der Sound-Strecke klappte wie immer sehr gut mit Audacity. Das Einbinden von Intro- und Outro-Tafeln mit Sound-Idents sowie das finale Rendern des kompletten Werks liefen über den Moviemaker auf meinem Dienstrechner mit Windows XP. (Update Juli 2012: Mittlerweile habe ich einen Video- und Audio-Schnittplatz eingerichtet mit Adobe Premiere Elements. Ein solches Projekt würde ich somit ab sofort auf diesem Rechner und mit dieser Software erstellen.)

Als Fazit kann ich sagen,  dass unsere Premiere in Sachen Audio-Slideshow geglückt ist. Mit relativ wenig Aufwand (im Vergleich zu einer Videoproduktion) lässt sich (bewegendes) Bewegtbild produzieren, und wichtige Projekte können dadurch im wahrsten Wortsinn eine Stimme bekommen.

Wer mit diesem Format arbeiten will, sollte rechtzeitig an diese Punkte denken:

  • Genügend Fotos (pro Videominute ca. fünf bis acht; wer schneller schneiden will, auch mehr).
  • O-Töne und passenden Hintergrundsound (Atmo) von der Reise/vom Termin mitbringen.
  • Storyboard schreiben und/oder Manuskript erstellen.
  • Mithilfe von Storyboard/Manuskript Beitrag schneiden.

Das Video ist übrigens auch im Youtube-Kanal von Brot für die Welt zu sehen.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


Kanäle: Online, Foto, Video, Audio und Print.


Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).


Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte


Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de