Halten Sie Ihre Ausrüstung aus dem Gröbsten heraus

Foto-Tipps für Afrika-Reisen
Dieser Text ist Teil einer Ratgeber-Serie, die ich 2008 für das faire Reise-Unternehmen Pula-Tours schrieb und auf der damaligen Website veröffentlicht worden war.

Wie die Namib locken im südlichen Afrika viele Wüsten und Savannen. Doch Vorsicht: Wo schöne Dünen sind, ist auch viel Sand. Und der kann Ihrer Fotoausrüstung zusetzen.Ganz egal, ob Sie „nur“ eine einfache Kompaktkamera mit auf die Reise nehmen oder sich mit einer ausgefeilten Spiegelrefelx-Ausrüstung auf die Suche nach den schönsten Motiven begeben: Sie werden schnell feststellen, dass Afrika für optische Geräte zeimlich viele Herausforderungen bereithält.

Wenn Sie noch keine vernünftige Tasche für Ihre Ausrüstung haben, ist es nun an der Zeit, dass Sie sich eine zulegen. Die Tasche sollte Ihnen nicht nur optisch gefallen – sie sollte vor allem Ihre Kamera so gut wie möglich vor Staub, Sand, Hitze und Stößen schützen. Und außerdem sollte das neue Behältnis nicht zu schwer sowie gut zu tragen sein. Bei so vielen Ansprüchen sollen Sie den Taschenkauf nicht auf die leichte Schulter nehmen. Je größer, wertvoller und schwerer Ihre Ausrüstung ist, umso besser überlegt sollten Sie Ihre Wahl treffen.

Wenn Sie im Fachgeschäft auf Einkaufstour gehen, sollten Sie wissen, dass es das ideale System nicht gibt. Sie sollten vielmehr versuchen, das für Sie passende System zu finden. Neben der klassischen Kameratasche zum Umhängen gibt es auch Gürteltaschen, Rucksäcke und regelrechte Koffer aus Kunststoff oder Aluminium. Viele Afrika-Reisende machen gute Erfahrungen mit Rucksäcken für ihre Ausrüstung. Auf der anderen Seite ist man womöglich schon mit einem großen Tourenrucksack unterwegs – und nicht jeder mag sich einen zweiten Rucksack aufschnallen. Gürteltaschen sind gut für kleinere Geräte ohne zusätzliche Objektive geeignet. Doch auch dabei sollten Sie sich fragen, ob Sie während Ihrer Reise sich nicht auch eine andere Gürteltasche umlegen, etwa für die wichtigsten Papiere und Ihre Geldbörse. Zwei solcher Taschen mag nicht jeder um die Taille tragen. Koffer wiederum sind sehr robust und bieten viel Raum, aber sie nehmen auch viel Platz in Anspruch. Eventuell müssen Sie für diese Extras mit Übergepäckzuschlägen zahlen. Oder Sie verärgern Ihre Mitreisenden, weil im Auto bei der Rundreise ständig ein sperriger Koffer im Weg ist.

Bewährt haben sich Taschensysteme mit Komponenten, die sich nach Bedarf kombinieren lassen. So gibt es größere Taschen, die sich umhängen lassen, aber auch – mit den entsprechenden angeklickten Gurten – als Rucksack oder Gürteltasche nutzen lassen. In diesen Taschen können Sie Ihre Ausrüstung direkt unterbringen oder sie in einem staub- und stoßdichten Plastikbehälter sichern.

Ein solches System hat den Vorteil, dass Sie Ihre Kamera bestens vor Staub, Sand und Stößen schützen können. Wenn Sie keinen solchen Behälter haben, sollten Sie mit speziellen Plastikbeuteln arbeiten, die eine Atrt Reissverschluss haben. In diese Beutel stecken Sie einzeln Ihre Kamera, Objektive und Speicherkarte sowie Blitz- und Ladegrät. Nehmen Sie die Geräte nur heraus, wenn Sie sie benötigen. Halten Sie sie ansonsten verschlossen. Gewöhnen Sie sich außerdem an, Ihre Tasche möglichst nicht auf sandigem Boden abzustellen.

Gut ist es außerdem, sich jeden Abend um die Pflege der Ausrüstung zu kümmern. Reinigen Sie alle nicht-optischen Oberflächen mit einem Spezialtuch, das es etwa beim Optiker gibt. Zur Not tut es auch ein Einweg-Brillenputztuch. Sand uns Staub können Sie mit einem Luftpinsel, einem sogenannten Pneu, entfernen. Im Notfall hat auch schon einmal die Reifenpumpe an einer Tanlkstelle beim „Wegpusten“ von Staub und Sand geholfen. Doch Vorsicht: Berühren Sie beim Säubern auf keinen Fall empfindliche Teile Ihrer Spiegelreflexkamera mit irgendwelchen Renigungsutensilien oder den Fingern. Als empfindlich gelten Linsen, der Klappspiegel, die Blende sowie die Verschlusslamellen. Bedenken Sie außerdem, dass ein zu starker Luftdruck – etwa von Sprays aus der Dose – die Justierung der Kamerakomponenten verstellen kann. Vorsicht ist auch bei allerhand Reinigungssets für den Kameraspiegel geboten. Die Meinungen darüber, was wirklich reinigt und was die Optik schädigt, gehen weit auseinander. Lesen Sie sicherheitshalber in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera nach. Im Zweifelsfall, wenn Sie also nicht sicher sind, was Sie anrichten könnten, ist es besser, mit etwas Staub auf der Optik zu leben, als eine ganze Kamera zu ruinieren und den Rest der Reise ohne Optik auskommen zu müssen.

Bei der abendlichen Reinigung können Sie außerdem Tasche und Beutel ausschütteln und damit von Sand befreien. Wenn Sie kein staubarmes Hotelzimmer haben, weil Sie etwa campen, können Sie sich auch in ein Fahrzeug zurückziehen, um in Ruhe arbeiten zu können. Der Check am Abend ist außerdem eine gute Gelegenheit, die Foto-Ausbeute des Tages zu sichten und missratene oder doppelte Aufnahmen gleich zu löschen – sofern Sie digital arbeiten. Damit sparen Sie wertvollen Speicherplatz und außerdem einige Auswahl-Arbeit zu Hause.

Um möglichst wenig Staub in Kamera und Objektive zu lassen, ist es gut, Objektive nur in Innenräumen oder im Auto zu wechseln. Dieser Anspruch ist natürlich utopisch und meist nicht lange durchzuhalten. Einen Ausweg bieten Objektive mit variabler Brennweite, die von Weitwinkel bis zum Telebereich liegt. Diese Objektive haben zwar meist einige (kleinere) optische Schwächen, ermöglichen Ihnen aber, ohne Objektivwechsel durch Afrika zu reisen. Wägen Sie dabei einfach Vor- und Nachteile gegeneinander ab.

Auch wenn Sie mit allerlei Tricks und konsequent angewendeten Vermeidungsstrategien ans Werk gehen: Ihre Geräte werden immer Staub und Sand abbekommen und darunter leiden. Nach einer Afrika-Reise können Sie Ihre Geräte aber auch renigen lassen.

Hüten Sie Ihre Ausrüstung außerdem vor der Sonne und vor allem vor Hitze – etwa, wenn Sie Ihre Geräte im Auto liegen lassen (was Sie normalerweise ohnehin nicht tun sollten). Bei Hitze kann sich die Verklebung von Objektiven lösen. Je wärmer und feuchter es ist, umso anfälliger sind Filme. Gefährdet sind vor allem belichtete Filme. Packen Sie die Filmpatronen nach der Belichtung direkt in die passenden Döschen und verschließen Sie sie mit luft- und wasserdicht mit dem Deckel. Um sicherzugehen, können Sie die Einspulzunge des Films ganz in das Döschen hineindrehen. Dann legen Sie einen bereits belichteten Film auch nicht versehentlich ein zweites Mal ein. Wenn Sie digital arbeiten, müssen Sie damit rechenn, dass höhere Temperaturen zu einem stärkerem Rauschen des Bildes und zu mehr fehlerhaften Pixeln im fertigen Bild führen können. Gönnen Sie daher nicht nur sich, sondern auch Ihrer Ausrüstung ein schattiges Plätzchen. Seien Sie auch in Afrika vorsichtig bei Aufnahmen der Sonne. Blicken SIe niemals direkt in die Sonne – auch nicht durch die Optik Ihrer Kamera. Seien Sie auch bei Aufnahmen früh am Morgen oder in der Abenddämmerung vorsichtig. Auch dann kann ein direkter Blick in die Sonne Ihre Augen dauerhaft schädigen. Außerdem ist auch für den Aufnahmechip von einigen Digitalkameras eine direkte Aufnahme nicht ohne – das extrem starke und gleißende Licht kann die Elektronik dauerhaft beschädigen.

Bei der Auswahl einer passenden Tasche sollten Sie sichh auch überlegen, mit welchem Zubehör Sie Ihre Kamera meistens nutzen. Haben Sie beispielsweise das Blitzgerät und eine Stativkupplung gerne fest montiert, sollte das auch Ihre Tasche mitmachen. Nichts ist nerviger (und auf Dauer schädlicher für Ihre Kamera und das Zubehör), als die Ausrüstung nur nach exaktem Lageplan in der Tasche unterzubekommen und für den entscheidenden Schnappschuss die Kamera nicht schnell genug zur Hand zu haben. Es gilt die Devise: Die Tasche lieber eine Nummer größer kaufen.

Bedenken Sie, dass die Fluggesellschaften mittlerweile oft sehr rigide sind, was die Größe des Handgepäcks betrifft. Ihre neue Kameratasche sollte die gängigen Dimensionen für Handgepäck nicht überschreiten. Sie sollten nicht risikieren, dass Ihre Ausrüstung am Flughafen als Großgepäck auf die Reise gehen muss. Zu befürchten ist nicht nur der Verlust, sondern auch eine Beschädigung von Kamera, Objektiven und Zubehör. Denn erfahrungsgemäß gehen die Mitarbeiter am Flughafen mit dem Gepäck nicht gerade zimperlich um. Überlegen Sie, ob es bei Ihrer Reise hilfreich sein kann, neben der größeren Transporttasche für die komplette Ausrüstung auch eine kleinere Tasche für die gerade benötigten Gerätschaften mitzunehmen. Manchmal ist es hilfreich, die Kamera, den Blitz und die Objektive in einer keinen, unauffälligen Taschen zu tragen – etwa, wenn sie eine Familie besuchen, sich auf einem Markt umsehen oder einfach nur diskret fotografieren möchten. Für solche Zwecke haben sich ältere Taschen oder Beutel bewährt. Auch Rucksäcke tun dann gute Dienste. Positiver Nebeneffekt: Kaum ein Dieb, der es auf teure Kameras abgesehen hat, wird vermuten, dass in einem alten Rucksack begehrte Beute steckt.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


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