Ihre inneren Werte zählen – und nicht die Ihrer Kamera

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Foto-Tipps für Afrika-Reisen
Dieser Text ist Teil einer Ratgeber-Serie, die ich 2008 für das faire Reise-Unternehmen Pula-Tours schrieb und auf der damaligen Website veröffentlicht worden war.

Lassen Sie sich auf Ihr Reiseland ein und achten Sie Ihre Einstellung(en). Egal, in welcher Situation Sie während Ihrer Reise zur Kamera greifen: Machen Sie sich immer klar, dass zuerst nicht diese Kamera, nicht das Objektiv und nicht der Blitz das Foto machen – sondern dass Sie es sind. Wenn Ihnen das Motiv gleichgültig ist, wird diese Gleichgültigkeit später auch aus Ihrem Foto sprechen.

Einfach die Kamera zücken und den Auslöser drücken, bringt Ihnen nur gelegentlich eine gute Aufnahme. Besser ist es, sich einige grundlegende Fragen zu stellen: Was ist das Besondere an meinem Motiv, und wie kann ich das mit einem Foto ausdrücken? Soll das Bild nachher eine Geschichte erzählen, und wie kann ich diese Geschichte ins Bild packen? Für mich persönlich ist auch diese Frage sehr wichtig: Kann ich es verantworten, dieses Motiv zu fotografieren? Nicht jeder Mensch, den Sie unterwegs treffen, möchte im Bild festgehalten werden? Nicht an jedem Ort sollten Sie ungefragt die Kamera zücken – vielleicht verletzen Sie mit einem vorschnellen Foto die Gefühle Ihrer Gastgeber oder Sie übertreten sogar ein Gesetz. Beispielsweise ist es in vielen Ländern verboten, öffentliche Gebäude, Grenzübergänge oder sogar wichtige Verkehrseinrichtungen wie Brücken zu fotografieren. Mit einem Foto am falschen Ort könnten Sie sich, Ihre Fotoausrüstung und auch Ihre Mitreisenden in die Bredouille bringen. Mit verletzenden oder entwürdigenden Fotos gewinnen Sie nichts – ganz im Gegenteil: Nachher wird die Scham überwiegen, diese Aufnahme gemacht zu haben. Mit Bildern, die von Respekt zeugen und die Würde des Motivs bewahren, können Sie dagegen immer punkten.

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise bei Ihrer Reiseleitung, was die Foto-Tabus in Ihren Reiseländern sind. Wenn Sie unterwegs sind, achten Sie diese Verbote, ganz egal, ob sie im Gesetz festgeschrieben sind oder sie die Gesellschaft unausgeprochen festlegt. Sie sind zu Gast – und von Gästen erwarten die Gastgeber zu Recht, dass sie sich an die Sitten im Land halten. Auf der anderen Seite ergeben sich oft unerwartet Möglichkeiten, doch zu Fotos zu kommen, etwa, wenn Sie Würdenträger oder offiziell Verantwortliche treffen und kennenlernen. Fragen Sie einfach höflich nach, ob Sie als Besucher des Landes nicht doch ein Foto machen dürfen – für den privaten Gebrauch natürlich. Nicht selten erhalten Sie grünes Licht, und oft bringt sich der Verantwortliche selbst bereitwillig in Pose. Überlegen Sie, ob Sie Ihrem Modell einen Abzug schicken können. Damit können Sie bei Ihrem Gegenüber und seiner Familie wirklich punkten – und im Namen aller künftigen Besucher einen nachhaltig guten Eindruck hinterlassen. Machen Sie jedoch nie leere Versprechungen: Wenn Sie zusichern, Abzüge zu schicken, sollten Sie Ihr Versprechen auch einhalten.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de