Protestanten spüren Sparkurs

In Andernach wird es künftig eine evangelische Pfarrstelle weniger geben. Das hat der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Kob-lenz, Dr. Markus Dröge, gestern Abend auf der Synode in Nickenich gesagt. Pfarrerin Kerstin Lüdke wechsele von Andernach nach Remagen-Sinzig. Es bleiben zwei Pfarrer, Christian Schulte und Adreas Horn.

Das Gremium ist das Parlament von rund 86 000 Protestanten in rund 25 Gemeinden im nördlichen Rheinland-Pfalz. Insgesamt zog Dröge eine positive Bilanz der Sparbemühungen. Er sagte, es gebe bereits erste Erfolge.

Der Superintendent, Chef des Kirchenkreises, machte in seiner Rede den 120 Delegierten der Kirchengemeinden Mut: „Wir haben keinen Grund, deprimiert zu sein. Wir können mit Realismus und Mut die sicher nicht leichten Probleme bewältigen.“

Hintergrund ist die Synode 2005. Die Delegierten hatten schmerzhafte Einsparungen beschlossen: So sollen in den nächsten Jahren Pfarrstellen gestrichen werden oder die Beiträge des Kirchenkreises zu Kindergärten und Schuldnerberatung gesenkt werden.

Dröge brachte auch die damit verbundenen negativen Erfahrungen der Gemeinden vor: „Mehrere Gemeinden berichten, dass das Reduzieren und Streichen von Stellen eine große Belastung ist.“ Die Kirchengemeinde Andernach habe festgestellt, dass ihre Mitarbeitervertretung auf diese Probleme kaum vorbereitet sei.

Doch es gebe auch Hoffnungsvolles zu berichten: „Der ,Wille zur Bewältigung“, so schreibt Pfaffendorf, macht Mut. Mehrere Gemeinden haben das inzwischen so erlebt. Ich nenne Winningen, Andernach und Bad Neuen-ahr.“ Ehrenamtliche engagierten sich in vielen Gemeinden. Das Einwerben von Spenden funktioniere – etwa bei der Stiftung Florinskirche in Koblenz. „Die Kreativität der Gemeinden ist keineswegs erloschen“, stellte Dröge fest. Als Beispiel dafür hob er das neue Mitarbeiterfrühstück in Plaidt hervor. Dabei treffen sich Haupt- und Ehrenamtliche alle drei Monate.

Der Superintendent stellte zufrieden fest, dass einige Gemeinden mittlerweile ihre Finanzen, Gebäude und Einrichtungen auf den Prüfstand gestellt haben. So hätten Andernach, Koblenz und Winningen gefragt, unter welchen Bedingungen sie Kindertagesstätten finanzieren können. Dabei seien sie „in raue See“ geraten. Er kritisierte, dass in der Öffentlichkeit seiner Kirche der Schwarze Peter zugeschoben würde. Er forderte von den Kommunen: „Wir erwarten sachliche und konstruktive Gespräche.“

Mittlerweile seien einige Sparbeschlüsse umgesetzt, berichtete Dröge. Die Projektstelle „Jugendarbeit im ländlichen Raum“ sei Anfang des Monats beendet worden. Bei Schuldner- und Insolvenzberatung sei gespart worden. Der Vertrag mit dem Kreis Mayen-Koblenz über die Beratungsstelle für Lebensfragen stehe auf dem Prüfstand. Mitglieder der Kirchenleitung hatten in den vergangenen Monaten Gemeinden besucht und Gespräche geführt, darunter Andernach, Mayen und Mendig.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


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