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Trauer um toten Taizé-Gründer

Entsetzen und Unverständnis — „Mir sind Tränen gekommen“ — „Rogers Geist lebt weiter“

Weltweite Trauer um Bruder Roger, der die Gemeinschaft von Taizé ins Leben gerufen hat. Auch Christen aus der Region, die den Orden im Burgund besucht haben, sind entsetzt. Die RZ sprach mit ihnen.

Der gewaltsame Tod des 90-jährigen Begründers der ökumenischen Glaubensgemeinschaft im französischen Taizé, Bruder Roger Schutz, hat Entsetzen ausgelöst. Auch die Menschen in der Region trauern.

„Noch immer geschockt“

„Ich kann es jetzt noch nicht richtig glauben, dass es passiert ist – ich bin noch immer geschockt“, erklärte Hella Wilbert, Gemeindereferentin der katholischen Seelsorgeeinheit Ettringen-Bell-St. Johann. Sie nimmt mit einer Jugendgruppe am Weltjugendtag teil und organisiert seit drei Jahren Freizeiten nach Taizé. Sie sorgt sich vor allem um die jungen Menschen, die am Dienstagabend Zeugen des Attentats wurden: „Das muss schrecklich gewesen sein.“

Wilbert ist sich sicher, dass die Brüder in Taizé trotz des tragischen Todes weitermachen: „Bruder Rogers Geist lebt in der Gemeinschaft weiter.“Auch im nächsten Jahr wolle sie sich mit rund 20 jungen Leuten auf den Weg in das Kloster machen. Die Stimmung auf dem Jugendtag in Köln beschrieb sie als „fröhlich, aber gedrückt“.

„Es ist schrecklich“

So empfand es auch Theresa Jubelius. Die 14-Jährige aus St. Johann ist mit Wilberts Jugendgruppe in Köln und nahm in diesem Jahr an der fünftägigen Freizeit nach Taizé teil. „Bruder Roger hat alles gegründet und aufgebaut. Dass er dann so ums Leben kommt, ist schrecklich“, sagte die Jugendliche.

„Die Tat erschüttert mich sehr. Ein natürlicher Tod wäre bestimmt nicht so schlimm gewesen“, erklärte Metje Steinau, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Mayen. Auch sie kennt die Lieder und Gesänge aus Taizé. „Der Tod von Bruder Roger ist ein Verlust für unser Glaubensleben“, schilderte die Theologin ihre Betroffenheit. Denn der Verstorbene habe der Ökumene, den Beziehungen verschiedener christlicher Konfessionen, viel gegeben.

„Die Tränen gekommen“

„Mir sind die Tränen gekommen. Ich war sehr betroffen“, sagte Pfarrer Achim Dührkoop, der die Todesnachricht am Mittwochmorgen im Autoradio vernahm. Dührkoop ist als Pfarrer im Gemeindedienst für Ökumene und Mission auch für den evangelischen Kirchenkreis Koblenz, zu dem auch Mayen und die Eifel-Verbandsgemeinden zählen, zuständig. Bruder Roger sei für ihn immer ein Vorbild an „absoluter Menschlichkeit“ gewesen – wie seinerzeit Mahatma Gandhi.

In der Tat: Das Attentatsopfer Bruder Roger wurde mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und dem Unesco-Preis für Friedenserziehung ausgezeichnet. Er engagierte sich über Jahrzehnte für die Ökumene und setzte sich für das Miteinander von Christen ein. Die Taizé-Brüder hielten gestern ihre geistlichen Zentren auf dem Weltjugendtag geöffnet. Dafür gebühre ihnen Respekt, fand Hella Wilbert.

Taize


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Niko Wald

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Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


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