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Professor Paul Kirchhof: „Erst ein Unternehmen – dann eine Familie gründen“

Weiterbildung mit Erfolg gemeistert: 575 neue Handwerksmeister aus 19 Berufen ernannt – Professor Paul Kirchhof fordert „großen Befreiungsschlag im Steuersystem

Vom Himmel gefallen sind die neuen Handwerksmeister nicht: Zwei Jahre lang mussten sie drei Abende pro Woche und fast jeden Samstagvormittag die Bänke der Meisterschule drücken. Nach den bestandenen vier Abschlussprüfungen wurden am vergangenen Samstag im voll besetzten Mannheimer Rosengarten 575 Absolventen aus 19 Berufen in den Meisterstand des Handwerks erhoben. Firmen aus der Region ehrten die besten Prüfllnge mit Geldpreisen im Wert von mehreren tausend Euro. In seiner Festansprache forderte der Heidelberger Steuer- und Finanzfachmann Professor Paul Kirchhof einen „großen Befreiungsschlag“ im deutschen Steuersystem.

100 Meister mehr als 2002 haben in diesem Jahr das „Abitur des Handwerks“ abgelegt. Eine Zahl, die noch steigen wird, stehen doch für Dezember weitere Meister-Abschlüsse an. Mit dieser Zunahme sah Walter Tschischka, Präsident der Handwerkskammer Mannheim, die Talsohle in der Weiterbildung durchschritten.

Ähnlich wie in den vergangenen Jahren sind die Absolventen auf die jeweiligen Berufssparten verteilt: Mit 139 Meistern führen die Friseure die Handwerks-Hitliste an, gefolgt von 67 Kfz-Mechanikern, 44 Fleischern und 42 Feinwerkmechanikern. Insgesamt hat sich der Frauenanteil unter den Jungmeistern erhöht, er liegt mittlerweile bei 28 Prozent. Die Absolventen kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, wobei die meisten Jungmeister aus der Rhein-Neckar-Region stammen.

Der 53-jährige Hörgeräteakustiker Joachim Schulz aus Ebersdorf ist ältester Prüfling; Fleischermeister Robert Ruof, Zimmern, sowie Friseurin Micaela Novak Ruiz, Karlsruhe, sind mit 21 Jahren die jüngsten erfolgreichen Kandidaten. Mit einer Endnote von 1,3 wurde Bäckermeister Jörg Brose aus Mettingen Jahrgangsbester. Martina Herrdegen aus Mannheim, frisch gebackene Konditormeisterin, wurde mit dem Förderpreis der Volksbank Rhein-Neckar ausgezeichnet. RaIf-Alfred Kuka, Metallbauermeister aus Mannheim, wurde mit dem Initiativpreis des Autohauses Kocher KG ausgezeichnet.

Paul Kirchhof, Heidelberger Professor für Steuern und Finanzen und ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht Karlsruhe, forderte in seiner Rede ein faires Steuersystem. Es müsse deutlicher werden, dass eigene Anstrengungen zunächst jedem selbst und dann erst der Allgemeinheit zugute kommen. Die Steuer der Zukunft müsse „maßvoll und gleich“ sein. Weiterhin mahnte er, die Bedeutung der Familie für das zukünftige wirtschaftliche Wohlergehen Deutschlands nicht zu unterschätzen, denn auch in Zukunft brächte es fachkundige Nachwuchskräfte und kaufkräftige Konsumenten. „Gründen Sie ein schönes Unternehmen und gründen Sie dann eine noch schönere Familie“, gab er den Absolventen mit auf den Lebensweg.

Kammerpräsident Tschischka kritisierte die Struktur der politischen Parlamente. Zu wenig Handwerker und Selbständige seien dort vertreten. Er selbst fühle sich als Handwerksunternehmer vom Deutschen Bundestag nicht mehr repräsentiert. Er forderte von den Volksvertretern einen „ernsthaften Dialog“ und das Berücksichtigen der Sorgen des Handwerks.

1600 Gäste waren zu der Feier in den Mannheimer Rosengarten gekommen.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.


Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).


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