„Heidelberger Adressbücher“: Dornröschenschlaf digital beendet

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Alte Ausgaben des Zeitdokuments auch im Internet

Droschken-Fahrpreise der OEG, Verzeichnisse der Herbergen und natürlich Adressen aller Einwohner: Das seit 1839 erschienene „Heidelberger Adressbuch“ war in früheren Zeiten ein umfangreiches Nachschlagewerk zum Leben in der Universitätsstadt. Die Universitätsbibliothek Heidelberg hat nun die Bände von 1839 bis 1945 digitalisiert und ins Internet gestellt.

Per Mausklick können Interessierte sich nun kostenlos durch über 100 Jahre Stadtgeschichte klicken. Ein virtuelles Inhaltsverzeichnis hilft beim Durchstöbern der Jahrgänge. Beim Klick auf eine Rubrik wird die entsprechende Seite des Adressverzeichnisses als Bilddatei angezeigt, die gespeichert und ausgedruckt werden kann.

Bis 1878 erschienen die Adressbücher alle zwei Jahre, dann nahezu regelmäßig im Jahresrhythmus. Die Veröffentlichungen wandelten sich von Ausgabe zu Ausgabe zu einem umfangreichen Nachschlagewerk des Heidelberger Lebens. Im Lauf der Jahre wurde das Adressbuch um die Quartiere außerhalb der Innenstadt erweitert. Somit waren alle Heidelberger Einwohner mit vollständigem Namen, Adresse und Berufsbezeichnung aufgeführt. Statistiken über die Bevölkerungsentwicklung kamen hinzu. Seit 1848 erschien eine chronologische Auflistung historischer „Denkwürdigkeiten“.

Zunächst war es ein Privatunternehmen, der das Adressbuch herausgab: Buchdrucker Christian Friedrich Prahl hatte Recherche und Produktion des Nachschlagewerke in Angriff genommen. Dabei stieß er — laut eigenem Bericht im Vorwort des ersten Jahrgangs — auf viele „Widervvärtigkeiten“. So hätten viele „nur mißtrauisch und ungern die erbetene Auskunft gegeben“. Von 1878 bis 1932 wurden die Ausgaben im Auftrag des Stadtrats zusammengestellt und veröffentlicht.

Die Universitätsbibliothek bewahrt bis heute Originalbände auf. Doch an den wertvollen Schriftstücken nagt der Zahn der Zeit: Das Papier zerfällt von Jahr zu Jahr, und auch die rege Nutzung der Bände hat zerstörerische Spuren hinterlassen. Weil mit den Originalen nur noch wenige Personen arbeiten dürfen, entschloss sich die Uni-Bibliothek, gefördert durch die Stadt-Heidelberg-Stiftung, die digitalen Kopien für jeden frei zugänglich ins Netz der Netze zu stellen. Die Digitalisierung erfolgte überwiegend von Mikrofilmen, die das Stadtarchiv Heidelberg zur Verfügung stellte.

Die digitale Versionen der Heidelberger Adressbücher sind unter adrhd.uni-hd.de aufrufbar.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de