S-Bahn-Tests liegen in den letzten Zügen

Gestrige VRN-Verbandssitzung bestätigt: S-Bahn wird pünktlich am 14. Dezember starten – Ausbau des Netzes bis 2010 geplant

In Sachen S-Bahn Rhein—Neckar ist „alles im grünen Bereich“. Dies sagte Dr. Norbert Egger, Vorsitzender des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN), während der gestrigen VRN-
Verbandssitzung im Stadthaus. Damit bestätigte er Berichte der Deutschen Bahn vom Anfang dieser Woche, wonach die S-Bahn der Region planmäßig am 14. Dezember ihren Betrieb aufnehmen wird.

Derzeit wird nachts auf den neuen Strecken der Bahnbetrieb simuliert, um das Personal auf den Betriebsstart vorzubereiten. Bis spätestens 2010 soll das S-Bahn-Netz vollständig ausgebaut und somit an die Nachbarzentren angeschlossen sein. Die Fahrgastzahlen des Verbunds stagnieren seit zwei Jahren auf hohem Niveau, während die Einnahmen
weiter angestiegen sind.

In der Nacht zum Betriebsbeginn wird es am neu gebauten S—Bahnhof Ludwigshafen-Mitte eine große Eröffnungsparty geben, versprach S-Bahn-Chef Frank Klingenhöfer. Geplant seien unter anderem Sternfahrten. „Der Start der S-Bahn wird ein Ereignis für die ganze Region sein“, kündigte Egger an. Bereits jetzt übten die S-Bahner für den Ernstfall: An 70
Nächten, jeweils zwischen 23.30 Uhr und 4.30 Uhr, werde der gesamte Betrieb der S-Bahn simuliert.

VRN—Geschäftsführer Dr. Wolfgang Wagner erklärte die Nahverkehrspiäne für die kommenden Jahre. Die S-Bahn-Linien sollen erweitert werden: Sinsheim, Schwetzingen, Graben—Neudorf und Bensheim werden in das Rhein—Neckar—Netz integriert. Zudem soll die S-Bahn mit den
Nachbarnetzen Karlsruhe, Kaiserslautern, Homburg, Frankfurt und Mainz verknüpft werden. Entsprechende Planungen und Gespräche liefen bereits. Egger, der gestern als Leiter der Verbandsverwaltung einstimmig entlastet wurde, forderte, dass alle Erweiterungen bis 2010
abgeschlossen sein müssten.

Den VRN-Mitgliedern wurden gestern auch die Zahlen zu Fahrgästen und Einnahmen vorgelegt. Voraussichtlich wird der Verbund in diesem Jahr 248 Millionen Fahrgäste befördert haben, ebenso viele wie im vergangenen Jahr. In den Jahren davor hatte sich die Zahl der Fahrgäste stets erhöht. Dagegen zeichnet sich bei den Einnahmen eine weitere Erhöhung vier Millionen Euro auf geschätzte 148 Millionen Euro ab.

Wagner erklärte, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten viele Fahrgäste vor Zeitkarten zurückschrecken ließen. Eher würden Einzelfahrscheine gekauft. Im Gegensatz dazu stehe der Trend bei den Zeitkarten für Schüler, Auszubildende und Studenten. Sie würden
allesamt stärker nachgefragt. Wagner lobte das Maxx-Ticket für Schüler als VRN—Erfolgsmodell: Im vergangenen Jahr kamen fast ein Drittel der Fahrgeldeinnahmen aus dem Verkauf dieser Ticketart.

Die Verkehrsplaner hätten jedoch auf die veränderte Situation reagiert, betonte Wagner. So würde ab Dezember das Rhein—Neckar-Ticket angeboten, ein netzweites so genanntes Jedemann—Ticket für 60 Euro pro Monat. Neu ist auch das „Entdecker-Ticket“ für Gastschüler, „Autofaster“ sowie Zu- und Umzlehende. Es ist ebenfalls verbundweit
gültig, kostet monatlich 37 Euro und ist maximal zwei Mal pro Person erhältlich. Ab dem 1. Juni 2004 gibt es Bahncard-Rabatte auch im VRN: Um 25 Prozent werden Einzelfahrscheine für Erwachsene und Kinder ermäßigt.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.

  Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).

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