Die Söhne drehen am Image Mannheims

Neues Werbevideo für die Stadt soll neue Bürger nach Mannheim locken

Das Glück Mannheims liegt ihnen am Herzen. Zumindest waren fünf der 17 „Söhne Mannheims“ am Dienstag zur Stelle, als ein Filmteam im Käfertaler Studio der Gruppe Aufnahmen für den neuen Image-Film der Stadt machte. Bereitwillig ließen sich die Fünf beim Musizieren von den Kameras über die Schultern schauen. Für den 11. Dezember ist die Premiere des Kurzfilms im Nationaltheater angesetzt.

„Wir stehen zu Mannheim“, gibt sich Ober-Sohn Ingo Landeck lokalpatriotisch. Der Geschäftsführer der Band bekennt, dass er und seine Truppe gerne beim Filmdreh mitgemacht hätten. Und das, obwohl die Musiker erst einen Tag vorher erfahren hätten, dass das Filmteam ins Musikstudio kommt. „Die sind ganz locker drauf“, attestiert Regisseurin Xenia Gerhardt den anwesenden Söhnen. Der entspannte Umgang beruhte denn auch auf Gegenseitigkeit: „Da sind wir selbst manchmal anstrengender als die Filmleute“, kommentiert Sänger Tino Oac, der im Duo mit Claus Eisenmann beim Singen gefilmt wurde, die abgeschlossenen Dreharbeiten. Mit dabei waren auch die beiden Keyboarder Michael Herberger und Florian Sitzmann sowie Gitarrist Andreas Bayless. Xavier Naidoo ließ sich entschuldigen – er war unterwegs und beim Dreh nicht dabei.

Den Eindruck, den Außenstehende von Mannheim haben, ist offenbar verbesserungsfähig. Auch die Stadtväter und -mütter sahen den Bedarf, das Image Mannheims aufzupolieren. Dies soll unter anderem durch dem Film geschehen, der bundesweit in Kinos und bei Filmfestspielen laufen soll. Dadurch sollen neue Bürger und Investoren in die Stadt gelockt werden.

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, ist sich Felix Krause vom Mannheimer Stadtmarketing sicher. Der neue Image-Streifen soll „kein klassischer Unternehmens-Film“ sein. Statt dessen setzen die Werbestrategen auf einen Kurzfilm, der verschiedene Aspekte des Lebens in der Quadratestadt vermitteln soll. So stehen die „Söhne Mannheims“ für Kultur und Lebenslust. Auch die Adler, das Nationaltheater-Ballett , die Waldhof-Spieler, diverse Clubs und Cafés sowie Schloss, Bahnhof und Hafen tauchen im Drehbuch als Sympathieträger Mannheims auf und wurden während der neun Drehtage auf Film gebannt. 50.000 Euro lässt sich die Stadt den Film kosten. Die Produktion durch die Filmhochschule sei weitaus günstiger als das Beauftragen einer Werbeagentur, deren Dienste oft wesentlich teurer seien, erklärt Felix Krause.

Regisseurin Xenia Gerhardt, aus deren Feder das Drehbuch stammt, will der Stadt durch eine Kurzgeschichte ein besseres Image verpassen: Die achtjährige Emma fährt mit ihrem Kickboard durch die Straßen Mannheims. Am Wasserturm findet sie ein rotes Jugendstil-Sofa und eine Foto-Kamera. Sie nimmt Platz, spielt mit der Kamera – und fliegt plötzlich durch Mannheim. Dabei macht sie bei den bekannten Aushängeschildern der Stadt Station.

Regisseurin Gerhardt ist eine der ersten Absolventinnen der Abteilung für Wirtschafts- und Wissenschaftsfilme der Filmakademie Ludwigsburg. Bereits zwei Filmpreise hat die 31-jährige Karlsruherin eingeheimst, darunter den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis als beste Nachwuchsfilmerin.

Die Arbeit am Film hat offenbar auch die Macher selbst überzeugt: „Mannheim hat nach außen ein schlechtes Image“, erklärt Produzent Lucas Meyer-Hentschel. Der 26-jährige Student der Filmakademie war nach eigenem Bekunden überrascht über die Freundlichkeit der Mannheimer. Sein Fazit: „Es ist angenehm, in Mannheim zu produzieren.“ Regisseurin Gerhardt lobt die Kontraste, etwa zwischen Jugendstilhäusern und Alleen einerseits und modernen Bauten andererseits. Dadurch wirke Mannheim „sehr großstädtisch“.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de