WM-Halbfinale: Rhein-Neckar zwischen Hoffen und Glauben

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Große Siegesfeier stieg am Wasserturm Mannheim

Die Kurpfalz feiert den Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Während es in Ludwigshafen relativ ruhig blieb, stieg rund um den Wasserturm in Mannheim eine Siegesfeier. Mit wehenden Fahnen, Böllerschüssen, „Deutschland-Deutschland“-Rufen und Fanfaren zeigten die Fans ihre Begeisterung über das Aufrücken Deutschlands ins Halbfinale. Dutzende Fußballbegeisterte hatten die Brüstung des Wasserturms erklommen und sangen — mit Trompetenbegleitung – „So ein Tag, so wunderschön wie heute“.

Bis zu 3000 Fans feierten nach Polizeiangaben auf dem Friedensplatz. Dabei sei es zu keinerlei größeren Problemen gekommen; Verletzte wurde nicht registriert. Fußballfans in hupenden Autokonvois wurden von den Beamten von der Innenstadt ferngehalten und um die Quadrate herumgeleitet. Wie Polizeiführer Gerhard Beyer am Freitagabend auf Anfrage mitteilte, sind bis zu 600 Fahrzeuge, verteilt auf mehrere hupenden Korsos, in Mannheim unterwegs gewesen.

Heiko Horneck, 33-jähriger Familienvater aus Ludwigshafen-Edigheim, gelang es nach eigenen Angaben trotzdem, mit seinem Auto in die Mannheimer City vorzudringen und sich einem Korso anzuschließen. Das Spiel am frühen Nachmittag hatte er gemeinsam mit seinen fünfjährigen Sohn Kevin verfolgt. Die Partie gegen die USA fand er „sehr ansprechend“. „Man hat gemerkt, wer der Herr im Haus ist“, sagte der Fußballfan. Zum Feiern sei er mit Frau und Sohn extra in die Quadratestadt gefahren, weil dort mehr los sei als in Ludwigshafen. Mit dieser Vermutung hatte der zugereiste Fan recht. Wie die Ludwigshafener Polizei auf Anfrage mitteilte, sei die Lage in der Stadt ruhig geblieben. Nur vereinzelt seien hupende Korsos aufgefallen.

Petra, 33, und Diana, 32, aus Mannheim-Neckarstadt hatten sich sofort nach dem Spiel mit einer Flasche Sekt zum Wasserturm aufgemacht. „Ich hatte mehr erwartet“, kommentierte Diana Spielausgang und —verlauf. „Egal, wir haben gewonnen“, versuchte Petra das Ergebnis positiv zu sehen. Ob es Deutschland ins Finale schafft? „Ich glaube“, sagte Petra. „Ich hoffe“, entgegnete Diana.

Im Mannheimer Capitol gab es ebenso wie im Karlstorbahnhof in Heidelberg eine Großbildleinwand, auf der das Spiel live gezeigt wurde. Steffen, 26 Jahre, aus Mannheim-Mitte, war im vollbesetzten Capitol mit dabei und war begeistert von der Stimmung dort. Das Spiel selbst fand er dagegen „ziemIich mies“; er prognostiziert: „Wenn sie so spielen, kommen sie nicht ins Finale“. Auch Christian Epple aus Mannheim fand die Atmosphäre in der Neckarstädter Location gut – es sei „wie in der Fankurve“ gewesen.

Auf dem Friedrichsplatz anwesende Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes wollten sich zu dem Trubel um Wasserturm und Brunnenanlage nicht äußern. Die Polizeibeamten schienen trotz ihres Einsatzes eher Verständnis für die WM zu haben: Ein Einsatzbus war mit einer Fußball-Flagge im Heckfenster geschmückt.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de