Demonstrationen und Aufmärsche zum 1. Mai

Kundgebungen, Demonstrationen und Aufmärsche zum „Tag der Arbeit“ gab es heute in der
Region. Die Veranstaltungen liefen nach Polizeiangaben weitgehend ohne ernste Zwischenfälle ab. In den Schwesterstädten Ludwigshafen und Mannheim marschierte die NPD auf. Nach Polizeiangaben waren in Ludwigshafen etwa 300 NPD-Anhänger und 500 Gegendemonstranten vertreten; die Mannheimer Beamten nannten Zahlen von etwa 200 rechten Demonstranten und zirka 500 Linken. Bei der zentralen Maikundgebung des DGB für Rheinland-Pfalz im Ludwigshafener Friedrichspark haben sich Politiker und Gewerkschafter für das Schaffen von mehr Arbeitsplätzen ausgesprochen. Auch in Mannheim und Frankenthal demonstrierten Gewerkschaftler zum 1. Mai.

(Update 1) Die rechten Demonstranten haben den Mannheimer Stadtteil mittlerweile verlassen. Sie wurden mit Bussen nach Ludwigshafen gebracht und habendas Stadtgebiet dort bereits verlassen. Dies sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

„Massive Störungen“ von linken Gegendemonstranten

Den Einsatzkräften sei es gelungen, den Kontakt beider Seiten zu verhindern, sodass es zu keinen Übergriffen gekommen sei. Jedoch ist es auf dem Weg zum Versammlungsort zu „massiven Störungen“ von linken Gegendemonstranten gekommen, so die Polizei. Etwa 60 von ihnen seien in Gewahrsam genommen worden. Ein Demonstrant wurde durch den Huf eines Polizeipferdes verletzt.

Fahrzeugkontrollen in Ludwigshafen

Bereits vor der eigentlichen Veranstaltung in Ludwigshafen waren bei einer Verkehrskontrolle im Bereich des Hauptbahnhofes in vier Fahrzeugen Messer, Sturmhauben und sogenannte Schutzwaffen sichergestellt worden, deren Mitführen zu Versammlungen verboten ist. Zwei 19 und 20 Jahre alte Männer aus Mannheim und Neustadt/Weinstraße, die dem linken Spektrum zuzuordnen sind, wurden deshalb vorübergehend in Gewahrsam genommen.

„Bündnis gegen Rechts“ blockierte NPD-Demonstration

Die etwa 300 Teilnehmer der NPD-Kundgebung, die nach Beschluss des Oberverwaltungsgerichts am Ostausgang des Hauptbahnhofes gegen 11 Uhr Aufstellung für den angemeldeten Aufzug genommen hatten, waren durch etwa 500 Teilnehmer der Versammlung „Bündnis gegen Rechts“ blockiert worden. Nach Koordinierungsgesprächen der Polizei mit dem Versammlungsleiter erklärten sich die NPD-Mitglieder bereit, auf den Marsch nach Mundenheim zu verzichten. Mit einem Zug fuhren sie gegen 13 Uhr zum Bahnhof Mundenheim. Von dort aus nahmen sie an einer Kundgebung in der Rheingönheimer Straße teil.

Gerangel im linken Block, aber keine ernste Zwischenfälle

Diese Kundgebung der NPD wurde, so die Polizei, begleitet von 700 bis 800 Teilnehmern, die
unter anderem der Veranstaltung „Bündnis gegen Rechts“ entstammten. Aus deren Gruppe nahm die Polizei zwei 19 und 33 Jahre alte Männer aus Heidelberg in Gewahrsam: Einer hatte nach Angaben der Beamten aus der Menge heraus zu Straftaten aufgefordert. Als Beamte ihn in Gewahrsam nehmen wollten, versuchte ein Zweiter, sie daran zu hindern. Ebenfalls in diesem Zusammenhang wurde ein 28-Jähriger aus Heidelberg wegen Widerstandes präventiv in Gewahrsam genommen. Alle Männer wurden nach Abschluss der Polizeiaktion wieder auf freien Fuß gesetzt.

Viele reisten weiter nach Mannheim

Gegen 14.45 Uhr bestiegen die Teilnehmer der NPD-Kundgebung am Mundenheimer Bahnhof einen Zug nach Mannheim. Zur Unterstützung der Polizei in Mannheim und um auf eine eventuelle Verlagerung auf Ludwigshafen vorbereitet zu sein, hält der Polizeieinsatz des Polizeipräsidiums Rheinpfalz noch an. Am Nachmittag findet in Mannheim ebenfalls ein NPD-Aufmarsch im _Stadtteil Seckenheim statt. Die lnteressensgemeinschaft Seckenheimer Vereine verteilte Flugblätter an die Bürger. Die Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen und Autos umzuparken.

Kundgebungen von Arbeitnehmerverbänden in Ludwigshafen, Frankenthal und Mannheim

Bei der zentralen Maikundgebung des DGB für Rheinland-Pfalz im Ludwigshafener Friedrichspark haben sich Politiker und Gewerkschafter für das Schaffen von mehr Arbeitsplätzen ausgesprochen. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit m üsse in Bund und Land erste Priorität haben, sagte Ministerpräsident Beck vor rund 1000 Teilnehmern der Kundgebung. Auf der Rednerliste standen auch Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Eva Lohse und DGB-Bezirksleiter Dietmar Muscheid. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Globalisierung gerecht gestalten“. In Mannheim wurden etwa 1500 Teilnehmer verzeichnet; die Redner rügten die gerichtliche Erlaubnis der NPD-Aufmärsche. Auch in Karlsruhe und Heidelberg haben Gewerkschaften zur Teilnahme an Kundgebungen aufgerufen.

Globalisierung ja, aber nicht zu Lasten der Arbeitnehmer und eine gerechte Verteilung von Arbeitsplätzen auf möglichst viele – dies waren die zentralen Forderungen bei der Maikundgebung des DGB Vorder- und Südpfalz gestern auf dem Rathausplatz in Frankenthal. Dort waren die Gewerkschafter zahlreich der Einladung gefolgt; das Festzelt war voll besetzt.


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Niko Wald

inothernews.de ist der private und nicht-dienstliche Blog von Niko Wald - Journalist, Webmaster, Projektmanager, Redakteur und Onliner.   Politikwissenschaftler und Volkswirt, langjährige Arbeit als freier Journalist bei Tageszeitungen und Online-Redaktionen, ausgebildeter Tageszeitungs-Redakteur, Arbeit als Redakteur in einer aktuellen Printredaktion und als Online-Redakteur für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit der internationalen NGOs Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 1999 begeistert von Botswana (Afrika).   Kanäle: Online,Online, Foto, Video, Audio und Print.   Stationen: Rhein-Hunsrück-Zeitung (Simmern), Der Weg (Saarbrücken), Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), Rheinpfalz online (Ludwigshafen), Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg), Rhein-Zeitung (Mayen, Andernach, Koblenz), Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart und Berlin), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Berlin).   Außerdem (in freier Tätigkeit): Beratung von und Workshops für Kommunen, Universitäten, Kirchenkreise und Landeskirchen. Wissenstransfer und -vermittlung für Medienarbeit und Journalismus, Strategieentwicklung für Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Projektmanagement für Websites und Onlineprojekte   Kontakt: nwx@inothernews.de oder @inothernews_de